«Geld: ein Versprechen?»

Geld in der Römischen Republik – eine Ausstellung im MoneyMuseum

 zurück

 

Die römische Karriereleiter – für Traditionelle

Stellen Sie sich vor, Sie sind in Rom und wollen als Politiker Karriere machen. Es gab ganz bestimmte Voraussetzungen und Karriereschritte. Die Historikerin Ursula Kampmann erklärt das System. 

 

 

Die römische Karriereleiter – für Imperatoren

Wer in Rom an die Macht kommten wollte, hatte einen langen Weg vor sich. Aussenseiter hatten es schwer. Es gab aber den Weg über die Volksversammlung … der Kampf zwischen den Popularen und den Optimaten. 

 


Römische Politiker brauchten viel Geld, um Wahlkampf zu führen. Damit war jeder neue Amtsträger hoch verschuldet. Das hatte Konsequenzen. Ein Teil des römischen Imperialismus basiert auf der chronischen Geldknappheit römischer Politiker.


Mit eigenem Münzgeld konsolidierte Rom seine Herrschaft, führte Eroberungskriege und vermehrte seinen Reichtum durch Kontrolle der Ressourcen Unterworfener

 

Im Jahr 396 v. Chr. eroberten die Römer das etruskische Veji, das mit 18 Kilometer einen knappen Tagesmarsch von Rom entfernt lag.

Gut ein Jahrhundert später hatte das kleine Rom ganz Mittelitalien erobert und streckte seine Fühler nach Süditalien aus.

Doch obwohl die Griechen zu diesem Zeitpunkt bereits seit mehr als drei Jahrhunderten über ein ausgefeiltes Geldsystem verfügten, hielten es die Römer nicht für notwendig, eigene Münzen nach griechischem Vorbild einzuführen.

Am Tiber zahlte man mit Aes Rude, groben Brocken von Metall, die jeder Bauer brauchen konnte, um daraus einfache Geräte für die Landarbeit herzustellen.

Für den Handel benötigte man in Rom kaum Geld. Luxuswaren? Wer konnte sich das schon leisten? Man lebte von dem, was der Boden hergab. Jeder produzierte, was er zum täglichen Leben brauchte. Auf den autarken Bauernhöfen arbeitete die Familie zusammen mit Sklaven. So etwas wie Lohn oder Gehalt war deshalb nicht notwendig. Auch Sold gab es im römischen Heer kaum. Schließlich bestand dieses Heer aus Bürgern, zu deren Bürgerpflicht es gehörte, für die Republik zu kämpfen.

Die Legionen waren äußerst erfolgreich. Und so kontrollierte Rom bald große Teile Italiens.

Um die Herrschaft zu konsolidieren, beauftragte der Senat Appius Claudius Caecus mit dem Bau der berühmten Via Appia. Und das war nur eines von vielen Infrastrukturprojekten, die kontrolliert von der römischen Oberschicht in den neu gewonnenen Gebieten durchgeführt wurden. Um solche Großprojekte zu stemmen, musste man mit lokalen Unternehmern zusammenarbeiten. Dabei stellten die römischen Beamten fest, wie viel einfacher es war, wenn man über Silbermünzen verfügte, wie sie die griechische Welt kannte.

Tatsächlich sehen die ersten römischen Münzen ihren griechischen Vorbildern sehr ähnlich. Kein Wunder, die Stempel zu diesen Münzen dürften von Griechen hergestellt, die Prägung von griechischen Spezialisten durchgeführt worden sein.

Erst langsam begann man auch in Rom, Münzen zu prägen. Natürlich nicht regelmäßig. Und riesige Mengen von Münzen stellte man auch nicht her. Im Vergleich zu den Denaren sind die frühen Didrachmen unglaublich selten.

Erst im Zweiten Punischen Krieg entschloss sich der Senat zu der entscheidenden Münzreform. Irgendwann, kurz vor 211, führte man das neue, auf römische Verhältnisse zugeschnittene Münzsystem ein. Das erfolgreichste Nominal, das damals entstand und 450 Jahre die Handelswelt des Mittelmeeres prägen sollte, war der Denar.

Er zeigte auf der Vorderseite einen weiblichen Kopf mit Helm. Wir haben uns angewöhnt, die Göttin als Roma zu bezeichnen, aber viel wahrscheinlicher handelt es sich um die altrömische Kriegsgöttin Bellona.

Auf der Rückseite sind die Dioskuren zu sehen. Castor und Pollux galten in Rom als die großen Schlachtenhelfer. Man glaubte, dieses göttliche Zwillingspaar sei es gewesen, das auf Seiten der Römer in die entscheidende Schlacht im ersten Latinerkrieg eingriff, um ihnen zum Sieg zu verhelfen.

Und so kriegerisch wie diese Münze aussieht, war auch ihr Zweck. Die Römer zwangen sie allen Städten und Völkern auf, die sie beherrschten. Die Münzen der Einheimischen wurden eingezogen, eingeschmolzen und in neue Denare umgeprägt. Damit stellte man nach dem Sieg sicher, dass kein Besiegter sein Vermögen vor den Augen der Sieger verbergen konnte. Er musste sein Silber zum Umprägen bringen, wenn er es danach noch zum Zahlen benutzen wollte.

Der zweite Punische Krieg hatte den Römern die Herrschaft über Spanien gebracht. Damit verbunden war die Kontrolle der reichen Silberbergwerke. Bis zu 1.500 Talente Silber kamen als jährlicher Tribut nach Rom. Das war genug, um 9 Millionen Denare zu prägen.

Geldpolitik war fortan Sache des Senats. Anfang des Jahres kam er zusammen, um über die Ausgaben zu sprechen. Ein Entschluss wurde gefällt, wie viele Münzen neu geprägt werden sollten. Die Quaestoren entnahmen das nötige Metall aus der Schatzkammer des Saturntempels und lieferten es in die Münzstätte.

Dort wurden die Denare hergestellt, die notwendig waren, um Königreiche zu erobern. Also, Silbermünzen wurden eingesetzt, um noch mehr Silber zu gewinnen. Beute und Tribute, das war das Ziel. Was man übrigens auch daran sehen kann, dass neben dem Senat nur der Feldherr und sein Zahlmeister das Recht hatten, Rohmetall zu Denaren zu prägen.

Und so wuchs das römische Reich. Mit jedem Feldzug wurde es ein bisschen größer. Überall dort, wo auf dieser Karte grün zu sehen ist, zahlten die Menschen kurz nach Caesars Tod Steuern an Rom. Mit ihren Steuern wurde erst der Bürgerkrieg finanziert, dann die Eroberung der gesamten Mittelmeerwelt.

Mit den Legionen kam der Denar. Er verbreitete sich in all diesen Gebieten. Er wurde zur großen Klammer, die den Osten und den Westen, den Norden und den Süden zu einem einheitlichen Wirtschaftsraum verband.

Der Bedeutungszuwachs des Denars ist von der Expansion des römischen Reichs nicht zu trennen. Genauso aber wäre das Wachstum des römischen Reichs an seine natürlichen Grenzen gestoßen – ohne den Denar.

 

Beschreibung der Ausstellung