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Autonomie fördert Sinn

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Welche Arbeit gibt mehr Sinn?

Ein Feuerwehrmann im Einsatz

Ich möchte als Arbeits- und Organisationspsychologe etwas zum Problemfeld, so muss man es heute nennen, des Sinns sagen.

 

Wir haben in einer Studie festgestellt, dass Personen, die bei der Freiwilligen Feuerwehr sind, also ihre Tätigkeit unbezahlt verrichten, gegenüber Personen, die als Berufsfeuerwehrleute tätig sind – dass diesen beiden Gruppen die Sinngenerierung in ihrem Beruf unterschiedlich gelingt. Die freiwilligen Feuerwehrleute können bei gleicher Tätigkeit mehr Sinn aus der Tätigkeit generieren als die Berufsfeuerwehrleute.

 

Da muss man sich nun fragen: Warum gelingt es den einen besser und den anderen schlechter? Für die freiwillige Feuerwehrleute gilt, dass sie ein hohes Mass an Autonomie haben. Sie können bestimmen, nicht wann es brennt, aber wann sie zum Löschen erscheinen; sie sind es, die die Zeit selbst in der Hand haben.

 

Berufsfeuerwehrleute haben ganz andere Verpflichtungen. Ein Teil ihrer Autonomie ist durch die Institutionen, durch die Organisation eingeschränkt – es gibt Arbeitspläne, die eingehalten werden müssen, und sie haben gegenüber den Freiwilligen weitere Verpflichtungen; sie sind stärker in eine Dienstleistung gebunden, als dass sie nur über ihr eigenes Bewertungssystem diese Tätigkeit ausführen können.

 

Dennoch müssen wir aber in der Gesellschaft genau darauf achten, dass es gerade den Arbeitspersonen, Dienstleistern, Wissensarbeitern, Industriearbeitern gelingt, in ihrer Arbeit Sinn zu generieren. Denn zu glauben, Sinngenerierung sei etwas für die Freizeit und nicht für die Arbeit, diesen Abstrich ist die junge Generation nicht mehr bereit zu machen. Sinngenerierung muss in allen Lebensbereichen und insbesondere in der Erwerbsarbeit gelingen.

 

Autonomie bei der Arbeit fördert die Sinngenerierung

Freiwillige Arbeit gibts in verschiedenen Bereichen

Dazu noch eine Aussage, die mir geblieben ist, als ich eine Person interviewt habe zu ihrer Freiwilligenarbeit; sie sollte erzählen, was ihr dabei wichtig ist, sie sollte jemand anderem schmackhaft machen, auch freiwillig tätig zu sein. "Ja, wissen Sie, wenn ich das, was ich hier tue, bezahlt bekäme, dann würde ich es nicht mehr tun." Und da haben wir genau den Gegensatz, den ich am Anfang aufzeigen wollte. Wenn diese Person ihre Freiwilligenarbeit bezahlt bekäme, müsste sie sich in einem ganz anderen Leistungsvergleich einbinden lassen. Dann müsste sie andere Werte oder Ansprüche übernehmen, sie müsste Erwartungen erfüllen, die sie als Freiwillige entweder freiwillig erbringt oder eben nicht.

 

Und diese Souveränität, diese Autonomie ist es, die wir in der Freiwilligenarbeit in hohem Masse, aber zunehmend auch in der Arbeitswelt haben wollen und müssen, damit dort die Sinngenerierung uns genauso gelingt.

 

 

 

"Wenn ich das, was ich hier tue bezahlt bekäme, dann würde ich es nicht mehr tun."

Freiwillige Mitarbeiterin