«Geld in der Römischen Republik»

Die Zürcher und ihr Geld

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In jeder Geschichte finden sich Charaktere, die aktiv ins Zeitgeschehen eingriffen und deren Tun weit in die Zukunft strahlte, ganz unabhängig davon, ob sie bereits zu Lebzeiten erfolgreich waren – und ob sie sympathisch waren oder nicht. Menschen also, die die Zukunft «neu erfanden». Auch die Zürcher (Geld-)Geschichte ist von ihnen geprägt: so von Persönlichkeiten wie Pfarrer Zwingli, Bürgermeister Waser oder den Unternehmern Escher und Duttweiler. Und nicht zuletzt spielen in ihr auch «kleine Leute» eine Rolle. Die Ausstellung «Die Zürcher und ihr Geld» hat in 20 Stationen davon erzählt. Diese DVD greift in Booklet und Video einige von ihnen auf.

 


  • Intro

Die Ausstellung «Die Zürcher und ihr Geld» wurde ursprünglich für das Museum Bärengasse in Zürich konzipiert. Sie ist das Resultat einer Zusammenarbeit des Schweizerischen Landesmuseums mit dem MoneyMuseum, die zum Ziel hatte, eine bunte Schau rund um das Verhältnis der Zürcher zum Geld zu zeigen. Wesentlicher Bestandteil der Ausstellung war ein Gang durch die Vergangenheit der Stadt anhand von Geldgeschichten, die in einzelnen Stationen präsentiert wurden. Von keltischer Zeit bis in die Gegenwart spannte sich der Bogen der Anekdoten, die Objekte, archäologische Zeichnungen und Hörspiele illustrierten. In diesen Geschichten begegnen wir Zürchern – erfolgreichen und Versagern, kreativen und ängstlichen. Es gab Zürcher, die ihr Geld nicht loslassen konnten und trotzdem verloren. Und solche, die mit ihren Entscheidungen die Zukunft gestalteten. Beobachten wir einige von ihnen, wie sie in Krisensituationen ihr eigenes Schicksal oder das der Stadt zum Besseren wendeten.

 

  • Auf dem Markt

Gehen wir zunächst zu Station 3, «Auf dem Markt». Sie schildert uns ein Beispiel dafür, dass in der Krise zwar höchster Handlungsbedarf besteht, dass der Erfolg aber oft davon abhängt, ob sich die Entscheidungsträger besonnen und massvoll verhalten. Extreme Reaktionen sind in Krisenzeiten gefährlich – zu ihrem Glück scheinen das die Zürcher schon im Jahr 1336 gewusst zu haben.

Aber hören wir doch, wie sich eine Marktfrau mit ihrem Kunden unterhält:

Marktfrau: Also, das wär’s dann. Oder möchtest du noch etwas?

Käufer: Nein, ich denke, das wär’s.

Marktfrau: Macht 4 Schilling 8 Pfennig.

Käufer: Ich war nicht beim Wechseln, aber ich habe von meinem letzten Besuch in Zürich noch Zürcher Pfennige.

Marktfrau: Zeig sie her. Nein, tut mir leid, die darf ich nicht annehmen.

Es war im Spätmittelalter normal, dass bestimmte Münzen auf einem Markt nicht angenommen werden durften.

Dabei stellte das offizielle Verbot einiger fremder Münzsorten zunächst einen Schutz der Marktbenutzer dar: Sie wurden daran gehindert, sich selbst durch die Annahme von minderwertigen Münzen einen Schaden zuzufügen.

Doch die Stadtherren beschränkten den Geldumlauf nicht nur aus uneigennützigen Motiven. Beim vorgeschriebenen Umtausch verbotener Münzen war ein gutes Geschäft zu machen. Und durch sogenannte Münzverrufungen konnte man eine Kapitalsteuer einziehen.

Doch nicht alle Bewohner einer Stadt litten gleichermassen unter dieser Kapitalsteuer. Sie galt nur für die silbernen Pfennige, mit denen die Handwerker und kleinen Händler zahlten.

So war es auch in Zürich, als das Münzedikt von 1335 erlassen wurde. Darin erging das Gebot, zwei alte Pfennige gegen einen neuen zu tauschen. Dadurch erhob der Stadtrat von seinen Bürgern eine Kapitalsteuer von 50 Prozent! − Doch damit hatten die adligen und reichen Ratsherren den Bogen überspannt.

Nur ein Jahr nach dem umstrittenen Münzedikt stürmten die Handwerker das Rathaus.

Ähnliches geschah in vielen Städten. Meist folgte auf so eine Revolution eine Periode der Standeskämpfe, wodurch die wirtschaftliche Entwicklung empfindlich geschädigt wurde. Nicht so in Zürich.

Statt das alte Regime vollständig zu entmachten, verfasste man den Ersten Geschworenen Brief von 1336, in dem der Geburts- und der Geldadel erstmals gleichgestellt wurden.

Alte und neue Politiker gingen gemeinsam daran, die Stadt Zürich heil in die wirtschaftliche Zukunft zu führen. Und die Verfassung von 1336 hielt – natürlich mit einigen Änderungen – bis 1798, fast ein halbes Jahrtausend.

 

  • Der Raub des Kirchensilbers

Hier wird erzählt, wie der grosse Zürcher Reformator Huldrych Zwingli nicht nur das Glaubensleben seiner Mitmenschen neu gestaltete, sondern gleichzeitig die Zürcher Wirtschaft über Jahrhunderte hinaus sanierte.

Auch Huldrych Zwingli lebte zu Beginn des 16. Jahrhunderts in einer Zeit der Krise. Damals begann der moderne Staat zu entstehen. Die Obrigkeit versuchte, ihre direkte Herrschaft durchzusetzen. Dies war unbequem für die Bürger. Sie mussten erkennen, dass sie plötzlich als Untertanen betrachtet wurden. Vieles, was in der Vergangenheit ihre eigene Entscheidung gewesen war, wurde nun von staatlicher Seite geregelt.

In Zürich entzündeten sich die Streitigkeiten vor allem an der Frage des Reislaufs. Damit hatten sowohl die Stadt als auch die einzelnen Reisläufer gut verdient. Nun beschloss der Zürcher Rat, den Reislauf für sich zu monopolisieren. Soldaten sollten nur noch an jene Mächte ausgeliehen werden, die den Zürchern erstens politisch in den Kram passten, und zweitens eine hohe Gebühr an den Stadtrat abführten. Zu diesem Zweck wurde den einzelnen Söldnern verboten, sich den Auftraggeber selbst zu wählen.

Ein zweiter Problemfall war die katholische Kirche. Ihr oberster Dienstherr, der Papst, war jahrelang einer der besten Auftraggeber der Zürcher Reisläufer gewesen. Nun aber war er als politischer Partner nicht länger opportun. Den Reformatoren gefiel seine Religionspolitik nicht, und die Anhänger eines straff organisierten modernen Staates begriffen, dass die Durchsetzung ihrer Interessen mit der Niederschlagung kirchlicher Ansprüche einhergehen musste.

Der geistliche Besitz war über die Jahrhunderte gewaltig gewachsen. Unzählige Gläubige hatten Ländereien, Gebäude und wertvolle Gegenstände gestiftet. Die Erträge aus diesem Kapital wurden in den Augen der Reformatoren für unnütze Dinge ausgegeben. Gold und edle Steine schmückten liturgische Gefässe. Die Kosten für Bienenwachskerzen verschlangen die Erträge ganzer Dörfer.

Damit stand der Stadtrat also vor folgender Situation: Auf der einen Seite musste die Staatskasse ohne die Soldzahlungen des Papstes auskommen. Auf der anderen Seite besass die katholische Kirche ein riesiges Kapital auf Zürcher Gebiet, das in den Augen der Reformatoren unnütz verschwendet wurde. Es waren also vor allem wirtschaftliche Überlegungen, die den Stadtrat von Zürich im Jahr 1524 dazu veranlassten, die Säkularisierung des kirchlichen Besitzes zu betreiben. Auf den Protest der Betroffenen antwortete man mit folgendem Argument: Die einzige sinnvolle christliche Aufgabe sei die Armenfürsorge. Und die solle hinfort nicht mehr von der Kirche geleistet werden. Der Zürcher Staat werde sie mit den beschlagnahmten kirchlichen Mitteln wesentlich effektiver organisieren.

Hören wir zu, welche Vorwürfe ein Katholik den Zürchern 1526 hätte machen können:

Luzerner: Ja, ja, fromme Worte, und wie viel ist bei den Armen angekommen? Mach mir doch nichts weis! Eure Obrigkeit hat doch nur einen Weg gesucht, wie sie die 24'000 Gulden ersetzen kann, die sonst der Papst Jahr für Jahr für die Zürcher Söldner gezahlt hat! Ein Haushaltsloch gestopft habt ihr mit dem, was Generationen von Christen für ihr Seelenheil gestiftet haben. Ihr Zürcher Schelme! Diesen Kelchdieb Zwingli sollte man von Rechts wegen aufhängen!

Die Reformation und die damit verbundene Beschlagnahmung des Kirchenbesitzes verhalf dem Zürcher Staat zu einem gewaltigen Gebietsgewinn. Gleichzeitig sanierte sich Zürich damit für viele Jahrhunderte. Denn die Erträge, die aus dem einstmals kirchlichen Besitz erwirtschaftet wurden, übertrafen die Ausgaben für die Armen bei weitem. Aus den jährlichen Überschüssen erwuchs ein beeindruckendes Vermögen, das die Stadtväter nicht in den Geldtruhen ruhen liessen, sondern gegen gute Zinsen verliehen. So gehört Zürich zu den wenigen Staaten, die während der frühen Neuzeit nicht ständig in der Nähe eines Staatsbankrotts lavierten, sondern einen Überschuss im Staatsbudget ausweisen konnten.

 

  • Ziegler – the soldier millionaire

Station 12 führt uns ins Indien des 19. Jahrhunderts.

Leonhard Ziegler hatte nach einer Firmenpleite in Zürich große Schulden. Mehr als 55'000 Gulden, die er nicht zurückzahlen konnte. Für viele wäre das ein Grund gewesen zu resignieren. Nicht so für Ziegler. Er wanderte nach Indien aus, damals ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit seinem schnellen Verstand, seinem unternehmerischen Wagemut und der Bereitschaft zu jeder noch so harten Arbeit stieg Ziegler langsam aber sicher auf: vom einfachen Soldat zum Plantagenaufseher, vom Aufseher zum Verwalter, vom Verwalter zum Plantagenbesitzer. Mit Hilfe der klug angelegten Profite aus seiner Plantage wurde Ziegler einer der reichsten Männer Indiens.

Aber hören wir ihn selbst in einem Gespräch mit seiner Dienerin:

Ziegler: Du hättest mich sehen sollen, wie ich damals in Indien angekommen bin. Als einfacher Soldat. Aber ich habe mich hochgearbeitet. Unentbehrlich habe ich mich gemacht mit meinen Sprachkenntnissen. Sprachen können sie ja nicht, diese Engländer. Aber sonst, ein verdammt cleveres Volk! Schicken ihre Söhne in die Kolonien, damit die dort ein Vermögen verdienen. Und ich habe es ihnen nachgemacht.

War mir gleich klar, dass das eine einmalige Gelegenheit war, als mich dieser Major Grace seinem Freund Bond vorstellte. Der hatte eine Indigopflanzung und brauchte einen Mann, der sich drum kümmert. Da war ich genau der Richtige. 100 Rupien hat er mir im Monat bezahlt. Verdammt, das war viel Geld! Als Soldat habe ich bloss 40 Rupien bekommen.

Wie gesagt, aus diesem Kapital machte Leonhard Ziegler, in Indien bekannt als der «soldier millionaire», sein Vermögen.

 

  • Die Migros revolutioniert den Lebensmittelhandel

Nicht nur die persönliche Krise bietet Chancen. Gottlieb Duttweiler, der Gründer der Migros, bewies, dass es mitunter gerade die von der Krise am meisten geschüttelten Wirtschaftszweige sind, welche die besten Profite ermöglichen.

So ist Station 17 unser Beispiel dafür, dass ein durchdachtes Konzept für einen Erfolg in der Krise unabdingbar ist. 

Duttweiler kehrte Anfang der 20er Jahre aus Brasilien nach Zürich zurück. Sein Versuch, der wirtschaftlichen Misere, die ganz Europa nach dem 1. Weltkrieg heimsuchte, zu entkommen, war gescheitert. Nun musste der ehemalige Miteigentümer einer Kolonialwarenagentur sich eine neue Existenz aufbauen. Am besten kannte sich Duttweiler natürlich in seinem eigenen Fach aus − im Handel. Doch gerade dort herrschte Krisenstimmung. An jeder Strassenecke gab es kleine und kleinste unrentable Kolonialwarenhandlungen. Sie sicherten ihrem Besitzer im besten Fall gerade das Überleben, was keineswegs an zu niedrigen Preisen lag. Die grosse Konkurrenz hatte nicht zu einem Preisverfall geführt, sondern zu riesigen Gewinnspannen, mit denen die Geschäftsinhaber ihren geringen Umsatz und die hohen Kosten zu kompensieren versuchten. Der Gewinn selbst blieb – trotz der hohen Gewinnspannen – zu klein.

Duttweiler sah dies – wie viele andere Zürcher. Er allerdings nahm dies nicht so hin, sondern setzte sich ins Statistische Amt. Dort rechnete er nach und entdeckte jede Menge von hohen, aber vermeidbaren Kostenfaktoren des Detailhandels. Und so entwarf er sein Geschäftskonzept für die Migros, indem er nach amerikanischem Vorbild alles Unnötige wegrationalisierte. Duttweiler hatte damit einen riesigen Erfolg.

In Station 17 erklärt ein Verkäufer seiner Kundin, wie das Migros-Prinzip funktionierte:

Migros-Verkäufer: (…) Wir holen unsere Waren direkt beim Produzenten und sparen damit die Kosten, die der Grossist draufschlägt. Dann bekommen Sie bei uns nur sechs Produkte: Zucker, Teigwaren, Kaffee, Reis, Seife und Kokosfett. Das sind Waren, die jeder jeden Tag braucht, die man also schnell verkauft und die darüber hinaus nicht verderben. Wir haben also keine Kosten wegen verdorbener Ware, und wegen des grossen Umsatzes ist bei uns immer alles frisch.

Hausfrau: Ja, das merkt man. Der Reis, den ich im kleinen Laden kaufe, riecht immer ein bisschen muffig.

Migros-Verkäufer: Überhaupt ein Laden. Unsere Migros-Lastwägen sind Transportmittel und Ladenlokal in einem. Ich bin gleichzeitig Spediteur, Verkäufer und Kassierer. Bei einem normalen Ladengeschäft kostet die Miete, die Einrichtung, die Angestellten. Sie haben dort zwar einen besseren Service, aber den müssen Sie teuer zahlen. Bei uns ist alles rationalisiert. Normalerweise habe ich gar keine Zeit, Gespräche zu führen. Da heisst es nur: ein Paket Würfelzucker, zwei Pakete Kaffee.

Im Jahr 1933 erliess die schweizerische Regierung das sogenannte Filialverbot. Es war eine «Lex Migros», ein speziell gegen Duttweilers Erfolg gerichtetes Gesetz. Die Migros hatte begonnen, Läden zu verdrängen, die von kleinen, mittelständischen Unternehmern geführt wurden. Und die Regierung brauchte im Jahr 1933 einen ihr wohlgesinnten Mittelstand.

Wieder erkannte Duttweiler die Zeichen der Zeit. Hatte die Regierung die Wohlhabenden geschützt, so verbündete er sich mit den einfachen Menschen. Ihnen überschrieb Duttweiler im Jahr 1941 seine Migros. Indem er diese in einen genossenschaftlichen Betrieb umwandelte, sicherte er seinen unternehmerischen und humanistischen Zielen das Fortleben auch nach dem eigenen Tod. Dieser Schritt machte die Migros gefühlsmässig zu schweizerischem Allgemeinbesitz. So konnte sie nach dem Ende des 2. Weltkriegs, als das Filialverbot aufgehoben wurde, zum grössten Binnenkonzern der Schweiz werden.

 

  • Alfred Escher

Unser letztes Beispiel ist ein Mann, der in vorbildlicher Weise all das tat, was wir bisher über das Handeln in der Krise gesagt haben. Alfred Escher war ein Aussenseiter der Zürcher Gesellschaft und als solcher bereit, Neues zu wagen und durchzusetzen, ohne Widerstand zu dulden. Er war nicht nur einer, der selbst agierte, er bewegte eine kurze, aber entscheidende Zeit lang auch viele andere dazu, in seinem Sinne zu handeln. Wenn Zürich heute der wirtschaftliche Mittelpunkt der Schweiz ist, dann hat es das Alfred Escher zu verdanken. Denn dieser Politiker verschaffte Zürich mit seinem Weitblick die Infrastruktur, von der es heute noch zehren kann.

Alfred Escher wurde 1819 in Zürich geboren. Im Jahr 1848 war er 29 Jahre alt.

In der Schweiz trat damals der Nationalrat zum ersten Mal zusammen. Ihm gehörte Escher von dessen Gründung bis zu seinem Tod an. Er gestaltete die Politik der Schweiz − und vor allem die seiner Heimatstadt Zürich.

Alfred Escher war ein Visionär. Er sah die Zukunft der Schweiz als ein Zentrum des europäischen Warentransports. Bislang war der Strom der Erzeugnisse an der Schweiz vorbei geflossen. Dies änderte sich mit dem Bau der Gotthardbahn, welchen Escher initiierte und der in Zukunft die Produktionsstätten Nordeuropas mit den Häfen Italiens verbinden sollte. Für die Realisierung solcher Grossprojekte war natürlich ein enormes Kapital erforderlich. Escher wollte dafür nicht vom Ausland abhängig sein: Wirtschaftliche Abhängigkeiten mochten schnell politische Zugeständnisse erfordern. So setzte er auf schweizerisches Kapital: Er wurde zum Gründungsmitglied der Schweizerischen Kreditanstalt, heute Credit Suisse. Diese erste grosse Aktienbank für Industrie und Handel machte Zürich zu einem der wichtigsten Industrie- und Finanzplätze Europas.

Wirtschaftlicher Erfolg braucht nicht nur Kapital, sondern auch Menschen mit einer hervorragenden Ausbildung. Auch dies erkannte Escher. So war er massgeblich an der Gründung des Eidgenössischen Polytechnikums, der heutigen ETH, beteiligt. Damit zog Zürich kluge Köpfe aus der ganzen Schweiz an sich, die in der technischen Hochschule zu Ingenieuren und Wissenschaftlern ausgebildet wurden.

Visionen, die schnell und planvoll umgesetzt werden, ein durchdachtes Konzept und die nachhaltige Investition von Kapital − Escher verhielt sich mustergültig in der Krise. Doch auch er blieb nicht von Kritik verschont. Als Kind seiner Zeit setzte er den wirtschaftlichen Erfolg einer Unternehmerschicht mit dem allgemeinen Fortschritt gleich. So konnten ihn Politiker, die ihre Schwerpunkte eher in der Sozialpolitik setzten, als «König Alfred» oder als «Zar von Zürich» verspotten.

 

  • Outro

Damit sind wir am Schluss unseres Spaziergangs durch die Zürcher Vergangenheit. Unsere Beispiele haben gezeigt, dass es nicht immer leicht ist, in der Krise angemessen zu reagieren, dass sich ein kluger Umgang mit den Chancen, die eine Veränderung bietet, aber lohnt.

Derjenige, der in der Krise seinen Weg gestaltet, hat die beste Aussicht auf Erfolg. Wer angesichts der Krise den Kopf in den Sand steckt, hat von Anfang an verloren.

Klar ist, dass es Mut braucht, angemessen auf die Krise zu reagieren. Denn die Gefahr zu scheitern besteht. Nur wer die Krise durch eigene Entscheidungen aktiv gestaltet, statt versucht, sie auszusitzen, kann erfolgreich sein.

Diese Wahrheit scheint in den Köpfen mancher Zürcher eingebrannt. Und vielleicht ist Zürich darum eine Heimstatt des Geldes geworden ...