«Abschaffung des Bargeldes»

Regionalwährungen in Deutschland: Wirtschaften mit neuem Geld

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Deutschland 2004. Arbeitslosigkeit, private und gewerbliche Insolvenzen nehmen zu. Innenstädte drohen zu veröden, weil kleine Lokalgeschäfte dem Preiskampf mit Discountern und Supermärkten nicht gewachsen sind. Kindergärten, Jugendclubs, Bibliotheken und Krankenhäuser stehen wegen drastischer Einnahmeverluste von Kommunen und Kirchen vor dem Aus. Ebenso unzählige soziale und karitative Projekte. Eine der innovativsten Antworten auf die wirtschaftliche und politische Krise sind Komplementärwährungen wie z. B. regionales Geld. Hier erfahren Sie, warum.

 

Sprecher 1: Deutschland 2004.

Die Zahl der Arbeitslosen und der privaten und gewerblichen Insolvenzen steigt stetig.

Innenstädte drohen zu veröden, weil kleine, lokale Geschäfte dem Preiskampf mit Discountern und Supermärkten nicht gewachsen sind.

Finanziell klamme Kommunen, Kirchen und Wohlfahrtsverbände verstärken den Trend: Kindergärten, Jugendclubs, Bibliotheken und Krankenhäuser stehen wegen drastischer Einnahmeverluste vor dem Aus. Ebenso unzählige soziale und karitative Projekte. Gleichzeitig wird die Schere zwischen dem Potential an brachliegenden menschlichen und materiellen Ressourcen und der erforderlichen, aber nicht getätigten Arbeit immer grösser.

Eine der innovativsten Antworten auf die wirtschaftliche und politische Krise sind Komplementärwährungen. Es handelt sich dabei um alternative Geldformen, die lokal oder regional gültig sind und in zwei Erscheinungsformen auftreten: als elektronisch verbuchtes Zeitguthaben oder ? wie offizielles Geld ? als Münze oder Geldschein. Weltweit sind in den letzten zwei Jahrzehnten fast 4000 solch alternative Geldformen entstanden.

In Deutschland gibt es sie bereits seit der Zeit der Hyperinflation Anfang der 1920er-Jahre. Damals gaben Hunderte von Gemeinden, Städten und Unternehmen ihre eigene Währung gegen die immer wertloser werdende Reichsmark heraus.

Die Entstehung und der Boom der Tauschringe Mitte der 1990-Jahre hat lokalem Geld dann zu neuem Aufschwung verholfen. Innerhalb kürzester Zeit sind über 350 regionale Tauschsysteme entstanden. Und bis heute werden immer wieder neue Initiativen zur Herausgabe von Komplementärwährungen lanciert.

Mal sind die Initiatoren Privatpersonen oder Globalisierungsgegner, mal Mitglieder von Tauschringen und lokalen Gruppen, mal Gewerbevereine und kirchliche Einrichtungen.

Selbst Geldinstitute und Kommunen machen inzwischen mit.

Die Regionalwährungen, die sie dabei herausgeben, heissen Berliner, Chiemgauer, Rheingold, Kirschblüte, Justus oder Roland.

Sie alle verfolgen das gleiche Ziel: eine bessere, gerechtere Verteilung der Arbeit, nachhaltiges Wirtschaften, Förderung der Eigeninitiative, Zuwachs an sozialer Gerechtigkeit und Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.

In dieser Präsentation zeigen wir Ihnen anhand von Beispielen und allgemeinen Überlegungen zum Thema, was Regionalwährungen konkret zu leisten vermögen und wie sie funktionieren.

Das Hauptaugenmerk gilt dabei jenen Regionalgeldformen, die als Geldschein oder Münze zirkulieren. Sie sind es, die hier mit dem Begriff «Regionalwährung» gemeint sind.

Doch auch über die Tauschringe und ihre Zeitwährung erfahren Sie hier mehr.

Prinzip und Potenzial der Regionalwährungen

Sprecher 1: Sie haben es gehört: In Regionalwährungen steckt Potential.

Doch was hat der einzelne Verbraucher, ein Händler oder ein Produzent davon, sie einzusetzen? Oder anders: Was unterscheidet regionales Geld von offiziellem? Hier einige Antworten auf diese Fragen ...

Sprecher 2: Geld, so wie wir es alle kennen und täglich nutzen, hat hauptsächlich zwei Funktionen:

Es ist ein Tauschmittel, mit dem wir Güter und Dienstleistungen kaufen und verkaufen.

Und es ist ein Wertaufbewahrungsmittel: Wir können es sparen und horten – sofern wir genug davon haben. Gerade Letzteres entzieht das Geld aber dem Wirtschaftskreislauf und macht es unproduktiv für die Gemeinschaft.

Regionalwährungen steuern dem entgegen, indem sie mit einem negativen Zins gekoppelt sind. Behält man solches Geld zu lange, verliert es an Wert.

Dies ist ein Anreiz, Geld in Umlauf und wirtschaftliche Kreisläufe in Schwung zu halten und damit die Produktivität zu steigern.

Wie der Name schon sagt, ist Regionalgeld im Gegensatz zu offiziellem Geld nur in der Region gültig. Das ist beabsichtigt:

Damit soll gewährleistet werden, dass die neue Währung einen regionalen Kreislauf zwischen Verbrauchern, Händlern und Produzenten schafft. Vincenz Timmermann, Professor an der Universität Hamburg, drückt dies so aus:

Sprecher 1: «Natürlich ist es billiger beim Discounter einzukaufen. Aber man muss die Verbraucher bei ihrer Verantwortung für ihre Region packen und ihnen sagen:

Der Tante Emma Laden in der Nachbarschaft ist eben nicht nur der teure Kaufmann. Denn in Notlagen kann man bei ihm anschreiben lassen und bei Krankheit bringt der Kaufmann die Waren auch in die Wohnung. Und er weiss, wer im Urlaub die Blumen versorgen kann. Mit dem Regionalgeld werden die Verbraucher angeregt, ihr Geld bei ihm auszugeben und sichern damit seinen Arbeitsplatz.»

Sprecher 2: Die regionalen Geschäfte und Dienstleister jedenfalls haben die Vorteile von Regionalgeld schnell erkannt:

Sie akzeptieren das neue Zahlungsmittel, weil sie sich dadurch neue Kunden, zusätzlichen Umsatz und die Sicherung ihrer Existenz erhoffen. Auch können Händler mit ihren Einnahmen in der Regionalwährung ihre Aussenstände begleichen oder sie bei den Ausgabestellen gegen Euro zurücktauschen. Dabei müssen sie allerdings eine fünfprozentige Abschlagsgebühr entrichten. Mit diesen Erlösen werden gemeinnützige Projekte unterstützt.

Die Vorteile von regional gültigem Geld für die Händler liegen also auf der Hand. Doch was haben die Verbraucher davon? Bisher wussten sie nur, dass sie mit der Bezahlung ihrer Rechnungen in Regionalwährung die lokale Wirtschaft stärken und gemeinnützige Projekte unterstützen. Einen direkten Nutzen für sich selbst verschafft ihnen das aber noch nicht. Erst recht nicht in Zeiten, in denen Geld und die Möglichkeit, es zu erwerben, knapp sind.

Als zusätzlichen Anreiz wollen deshalb viele Währungsprojekte ein Rabattsystem einführen: Die Verbraucher erhalten beim Umtausch von Euro in Regionalgeld einen Bonus zwischen 3 und 5 Prozent. 

Andere Regionalgeldherausgeber haben damit begonnen, beim Umtausch nicht nur Euro zu akzeptieren, sondern auch die Zeitgutschriften der Tauschringe.

Damit haben erstmals auch jene Personen, die über wenige Euro verfügen, die Möglichkeit, sich mittels der neuen Währung Waren des täglichen Bedarfs zu kaufen.

Alle Beteiligten sind sich allerdings einig, dass Regionalwährungen stets nur Ergänzungen zum Euro sein können.

 

Wir nehmen Chiemgauer

Sprecher 1:Was man mit Regionalwährungen konkret tun kann, das zeigen die folgenden zwei Berichte. Der erste führt Sie in eine bayrische Gemeinde, in der ein Lehrer das bisher am weitesten entwickelte Regionalgeld Deutschlands in Umlauf brachte und damit dem lokalen Gewerbe zu neuer Blüte verhalf.

Sprecher 2: Der Luftkurort Prien liegt am malerischen Chiemsee. Aber die Idylle trügt. Auch in Prien gehen die Uhren nicht anders als in Kiel, Berlin oder Leipzig:

Gegen die Rabattschlachten der Discounter und Supermärkte haben die lokalen Geschäfte keine Chance.

Geht es nach dem Willen des Lehrers Christian Gelleri, soll sich das ändern. Er gründete einen Verein und bringt seit dem Frühjahr 2003 den Chiemgauer als lokales Geld heraus.

Julia Kollmannsberger leitet den Regionalmarkt in Prien. Sie war überrascht, als sie von der Einführung des Chiemgauers erfuhr. Ihr Kommentar dazu:

Sprecher 1:  «Das war neu! Natürlich war ich skeptisch, ob eine Regionalwährung funktionieren würde. Aber ich hatte schliesslich nichts zu verlieren. Mir wurde zugesichert, dass die Chiemgauer durch Euro gedeckt sind – und ich sie jederzeit wieder zurücktauschen kann.»

Sprecher 2: Am Anfang wurde das ehrgeizige Projekt des Lehrers von vielen belächelt.

Heute ist der Chiemgauer die am weitesten entwickelte Regionalwährung in Deutschland. Denn nicht nur Produzenten und Gewerbe akzeptieren ihn als Zahlungsmittel. In der neuen Währung werden bereits Kleinkredite vergeben und bald könnte sie auch am Geldautomaten verfügbar sein.

In Prien werden die Scheine inzwischen von rund 200 Gewerbetreibenden akzeptiert. Tendenz weiter steigend. Denn auch die Bürgermeister der Nachbargemeinden haben sich entschlossen, den Chiemgauer in ihren Gemeinden zu akzeptieren.

Christian Gellerie stellt nach seinen Untersuchungen fest:

Sprecher 1:  «Die Kunden haben ihre Einkäufe dorthin verlagert, wo der Chiemgauer akzeptiert wird. Die zusätzlichen Chiemgauer-Umsätze der teilnehmenden Unternehmen bewegen sich zwischen 5 und 15 Prozent.»

Sprecher 2: Inzwischen arbeitet Gellerie zusammen mit der GLS Gemeinschaftsbank an einem elektronischen Verrechnungssystem. Damit können Geschäfte und Unternehmen auch grössere Aussenstände in Chiemgauern elektronisch abwickeln. Falk Zientz von der GLS-Bank glaubt, dass langfristig auch die Kreditvergabe und die Auflegung von regionalen Fonds über die Regionalwährung möglich ist.

Sprecher 1:  «Es ist wesentlich, dass über den Verein eine bankähnliche Einrichtung in der Region entsteht», «Sie soll die Finanzierungsaufgaben übernehmen, die von den Banken nicht mehr wahrgenommen werden.»

Neue Arbeitsplätze mit dem Sterntaler

Sprecher 1: Wie man mit Hilfe von Regionalwährungen Erwerbslosigkeit reduzieren kann, zeigt der zweite Bericht. Er stellt Ihnen das Projekt eines Vermögensberaters in einer bayrischen Kleinstadt vor. Der Erfolg des Projekts gründet nicht zuletzt darin, dass es ihm gelungen ist, das Problem vieler Tauschringe zu lösen. Diese geben für geleistete Arbeit in der Regel Zeitguthaben aus. Können solche Guthaben gegen Geld eingetauscht werden, erweitert sich deren Nutzbarkeit entscheidend.

Sprecher 2: Ortswechsel. Im Berchtesgadener Land, nicht weit von Prien entfernt, liegt die Kleinstadt Ainring. Seit dem Frühjahr 2004 gibt der Verein für Nachbarschaftshilfe den Sterntaler als Regionalwährung heraus. Ein halbes Jahr später akzeptieren bereits über 60 Geschäfte das Regionalgeld.

Das Besondere an der neuen Währung: Mit ihr wurden bereits die ersten Arbeitsplätze geschaffen und auch Löhne gezahlt. Und der Sterntaler kann nicht nur gegen Euro erworben werden, sondern auch gegen Talente, so heisst die Zeitwährung des örtlichen Tauschrings.

Sprecher 1: «Mit dieser Währungskoppelung können erstmals auch Personen, die durch Arbeitslosigkeit oder Krankheit über wenige Euro verfügen, mit der Tauschwährung Waren des täglichen Bedarfs kaufen»,

Sprecher 2: so Franz Galler. Er ist Vermögensberater und Initiator des Projektes. Franz Galler hat somit die Lösung für das Problem vieler Tauschringe gefunden.

Denn immer mehr Arbeitslose werden Mitglied in Tauschringen, weil sie hier ihre beruflichen Fähigkeiten einbringen können. Für ihre Leistungen erhalten sie Zeitguthaben, mit denen sie Dienstleistungen in Anspruch nehmen können.

Die benötigten Waren des alltäglichen Bedarfs können sie allerdings mit diesen Guthaben nicht erwerben, weil in der Regel nur Privatpersonen Mitglied im Tauschring sind.

So war es bisher auch im Tauschring in Ainring. Für eine Stunde Arbeit wurden den Mitgliedern 10 Talente gutgeschrieben. Jetzt können sie die Talente gegen Sterntaler tauschen. Franz Galler ist sehr zuversichtlich, dass durch diese Währungskoppelung die Möglichkeiten der Tauschringe erst richtig genutzt werden und dass sein Projekt als Vorbild für andere Tauschringe wirken wird.

Aber nicht nur die Mitglieder der Tauschringe interessieren sich für das Regionalgeld. Inzwischen sind es auch die Agenturen für Arbeit, nachdem ein Unternehmer sechs Mitarbeiter eingestellt hat und ihren Lohn anteilig in Sterntalern zahlt. Und Franz Galler ist sich sicher, dass bis Ende des Jahres weitere 25 Minijobs auf Sterntaler-Basis geschaffen werden können.

Ohne Moos ging’s los – die ersten Alternativwährungen in Deutschland

Sprecher 1: Im letzten Bericht wurde es angetönt: Die Währungen klassischer Tauschringe basieren nicht auf Geld-, sondern auf Zeitwerten. Aber auch sie können wirtschaftliche Krisen mildern helfen. Wie das funktioniert, hat eine österreichische Gemeinde vorgemacht. In einem kurzen historischen Rückblick über die Entwicklung von Tauschringen erfahren Sie mehr darüber...

Sprecher 2: Vincenz Timmermann, Professor an der Universität Hamburg meint:

Sprecher 1: «Wenn man es durchdenkt, verhält es sich mit den heutigen Regionalwährungen wie mit dem früheren Notgeld. Im Grunde hat man gewusst, dass man sich nicht gegen die Inflation im ganzen Land wehren kann, sondern es auf regionaler Ebene versuchen muss. Das Geld ist auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt, kann aber als Tauschmittel all das leisten, was die eigentliche Währung auch tut»,

Sprecher 2:  In den Zeiten der grossen wirtschaftlichen Krisen zu Beginn des letzten Jahrhunderts haben Hunderte von Städten und Gemeinden, Banken und Firmen ihr eigenes Notgeld herausgebracht.

Das sicherlich bedeutendste Notgeld waren die Arbeitsbestätigungsscheine der österreichischen Kommune Wörgl. Sie sorgten für nationales und internationales Aufsehen, weil es mit der Ersatzwährung gelang, die Arbeitslosigkeit in der Kommune um 25 Prozent zu senken, während sie gleichzeitig in Österreich um 20 Prozent stieg.

Das Prinzip der Arbeitsbestätigungsscheine wurde von den Tauschringen wieder aufgegriffen.

Vor dem Hintergrund der Massenarbeitslosigkeit entstanden sie ab Mitte der 1980er-Jahre zuerst in den Krisenregionen Kanadas. Von dort verbreiteten sie sich über die USA nach Europa.

In Deutschland setzte der Gründungsboom Mitte der 90er-Jahre ein: Innerhalb nur eines halben Jahrzehntes wurden rund 350 Tauschringe und Seniorengenossenschaften gegründet.

Ihr Erfolg beruht auf folgendem Prinzip:

Die Menschen bringen ihre Fähigkeiten in einen Tauschring ein und erhalten dafür Zeitgutschriften auf ihrem Konto gutgeschrieben. Mit diesen Gutschriften können sie Hilfen in Anspruch nehmen, die sie sich für Euro nicht oder kaum leisten würden. Dabei arbeiten die Tauschringzentralen als bankähnliches Gebilde. Elektronisch verbuchen sie die eingehenden Gutschriften und Lastschriften auf den jeweiligen Konten. Sie verwalten die Konten und gewähren auch zinsfreie Kredite. Allerdings nicht in Euro, sondern als Zeitgutschriften. Diese sind im Gegensatz zum Regionalgeld in der Regel nicht in Euro konvertierbar.

Die Tauschringe zeigen mit ihrer Verrechnung von Arbeitsleistung sehr undogmatisch, wie schnell man ein lokales Geld schaffen kann und wie unbürokratisch auch Kredite bewilligt werden können.

Vor diesem Hintergrund wird in vielen Tauschringen inzwischen die zusätzliche Herausgabe eines Regionalgeldes diskutiert, weil damit die steigenden Nachfrage nach Waren des alltäglichen Bedarfs gedeckt werden könnte. Dass bereits die Tauschbarkeit von Zeitguthaben in Regionalgeld nutzbringend ist – d. h. die Vernetzung zwischen Tauschringen und Regionalgeldinitiatoren –, hat der letzte Beitrag gezeigt.

Die Kirche sucht nach Alternativen

Sprecher 1:  Sie haben es in der Einführung schon gehört: Nicht nur Privatpersonen und Gemeinden, nein, auch andere Interessengruppen sind unter den Herausgebern von Regionalgeld zu finden. In den nächsten drei Berichten erfahren Sie mehr darüber. Im Ersten hier geht's um kirchliche Initiatoren.

Sprecher 2: Pfarrer Helmut Becker.

Sprecher 1: «Ich bin davon überzeugt, dass im Interesse der Kommunen und der dort Lebenden sich die Veränderung des Geldwesens graswurzelartig und dezentral von unten aufbauen muss. Gegen den Trend zu einem Weltgeld. Der Weg kann nur über die Entwicklung regionaler Wirtschaftskreise mit Regionalwährungen führen»

Sprecher 2: Pfarrer Becker war es auch, der angesichts seiner leeren Kirchenkasse 1992 in Halle den ersten Tauschring in Deutschland gründete.

Und er war es, der anlässlich der Expo 2000 einen regionalen Wirtschaftsverbund aus Kommunen, Betrieben, Kirchen und Tauschringen initiierte. Mit der Herausgabe von Verrechnungsgutscheinen wollte er die brachliegenden Ressourcen in der Krisenregion Halle-Bitterfeld reaktivieren. Sein Projekt blieb allerdings in den Anfängen stecken.

Was ursprünglich als Einzelaktion begann, hat zu einer breiten Diskussionen in den beiden Grosskirchen geführt. Viele Kirchengemeinden suchen nach sozialen und wirtschaftlichen Alternativen.

Denn ihre Gotteshäuser sind leer, ebenso ihre Kassen.

Die Kirchenverwaltungen müssen Personal entlassen, soziale Dienste einstellen, Kindergärten, Altenheime und Gotteshäuser verkaufen. So fordern Basisgruppen inzwischen nicht nur die Gründung weiterer Tauschringe und die Unterstützung der Regionalgeld-Initiativen, sondern auch Eingriffe in das Geld- und Zinssystem.

Bereits arbeiten die ersten Kirchengemeinden an der Herausgabe einer Regionalwährung:

Mit Unterstützung der Kirche wird in Düsseldorf der Rheingold herausgegeben.

Die Kommunität Grimnitz hat in Joachimsthal, 50 Kilometer nördlich von Berlin, den Joachimstaler bereits erfolgreich getestet.

Die Diözese Passau wird im Frühjahr 2005 für drei Landkreise den Donautaler einführen.

Apropos Taler: Numismatisch Bewanderte wissen, dass der allererste Taler bereits 1520 geprägt wurde und ebenfalls Joachimstaler hiess. Er stammt allerdings aus dem böhmischen Joachimsthal und war noch aus echtem Silber. Doch zurück zum kirchlichen Regionalgeld, welches häufig das seit 100 Jahren zirkulierende Bethel-Geld zum Vorbild hat.

Dieses Geld wurde 1908 in den Bethel-Anstalten eingeführt, um den Umsatz und die Arbeitsplätze der Handwerker, Geschäfte und Behindertenwerkstätten zu sichern. Das Prinzip: Mit dem Bethel-Geld erhalten Bewohner und Mitarbeiter bei Einkäufen in den anstaltseigenen Betrieben und Geschäften 5 Prozent Rabatt. Und dieses Bethel-Geld wird von den über 20'000 Bewohnern und Mitarbeitern genutzt. Zur Zeit sind schätzungsweise 500'000 Bethel-Euro im Umlauf.

Gewerbetreibende suchen nach neuen Lösungen

Sprecher 1:  Um das lokale Gewerbe zu beleben und gegenüber der Konkurrenz grosser Geschäfte zu stärken, schliessen sich auch immer mehr Geschäftsleute zusammen und geben eigenes Geld heraus. Hier werden Ihnen einige dieser Projekte vorgestellt.

Sprecher 2:  «Much-Mark als Zweitwährung eingeführt», titelte die Kölnische Rundschau im Mai 2004.

Sprecher 1: «Fast alle haben nach der neuen Mark gefragt»,

Sprecher 2: so Michael Klement, Besitzer eines Schreibwarengeschäfts und Mitinitiator des Projektes.

Er hat sich mit vier weiteren Geschäftsleuten der Kleinstadt Much im Rhein-Sieg-Kreis zusammengeschlossen und die neue Währung emittiert.

25'000 Münzen haben sie drucken lassen, die in Grösse und Gewicht der alten D-Mark ähneln. Die Much-Mark hat den Wert von 50 Cent. Die Kunden erhalten sie als Dankeschön, wenn sie für mindestens 15 Euro eingekauft haben.

Mit der Regionalwährung wollen die fünf Initiatoren einen zusätzlichen Anreiz schaffen, damit die Kunden auch wieder in der Hauptstrasse einkaufen gehen. Denn nachdem sich die grossen Lebensmittelmärkte am Ortsrand angesiedelt haben, ziehen sie die ganze Kaufkraft ab.

Als Alternative zu den Kundenkarten wie Happy Digits, Payback oder Citycard proben Gewerbetreibende in vielen Städten diese neue Form der Kundenbindung: Denn auch ihnen geht es schlecht. Seit Jahren verzeichnen sie sinkende Umsätze. Und viele kleine Unternehmen stehen inzwischen vor dem Ruin.

Sprecher 1: «Regionalwährungen sind die Notreaktion kleiner lokaler Händler gegen die Fehler im System. Seit Jahren drücken sich die Leute die Nase an den Schaufenstern platt. Immer weniger können es sich leisten, teure Fernseher oder Stereoanlagen zu kaufen»,

Sprecher 2: so Winrich Prenk. Er ist HiFi-Händler und Mitinitiator des Justus-Projektes in Giessen.

Hier haben sich 60 Gewerbetreibende zusammengeschlossen und geben den Justus aus.

Mit ihm können Brötchen ebenso eingekauft werden wie Computer oder Kücheneinrichtungen. Gedeckt ist das Regionalgeld durch den Firmenstempel auf der Rückseite der Scheine. Dabei dient der Justus nicht nur als Zahlungsmittel für die Verbraucher. Die Gewerbetreibenden vergeben auch Kleinkredite in Justus und langfristig sollen auch Beschäftigte in der Währung teilentlohnt werden.

Dass auch Gewerbetreibende in Zeiten der Krise auf die Idee kommen, eigenes Geld herauszugeben, ist nicht neu.

Kurz vor Ausbruch der Weltwirtschaftskrise, 1929, wurde in Erfurt die Wära-Tauschgesellschaft gegründet. Sie verfolgte das Ziel, durch die Ausgabe von Tauschbons den Waren- und Leistungsaustausch unter ihren Mitgliedern zu fördern.

In dem niederbayerischen Ort Schwanenkirchen kam es zum bedeutendsten Erfolg dieses Geldexperiments.

Ein arbeitsloser Bergbauingenieur kaufte dort 1930 mit einem Wära-Kredit das stillgelegte Bergwerk und nahm den Betrieb mit 60 Bergarbeitern wieder auf. Er zahlte die Löhne in Wära, die auch die lokalen Geschäfte akzeptierten. Ende 1931 musste er das Bergwerk allerdings wieder schliessen: Der Reichsfinanzminister hatte die Wära verboten.

Geld macht erfinderisch – vor allem wenn es fehlt

Sprecher 1: Selbst regional tätige Geldinstitute haben inzwischen erkannt, wie wichtig – ja überlebensnotwendig – es sein kann, sich am Regionalwährungsgeschäft zu beteiligen. Und wie jeder neue Teilnehmer verfolgen sie neben gemeinschaftlichen auch eigene Interessen. Welche dies sind und was es bei deren Umsetzung zu beachten gilt, erfahren Sie hier.

Sprecher 1: «Wir müssen etwas tun. Als Sparkasse sind wir der regionalen Wirtschaft verpflichtet. Geht es dieser gut, dann geht es auch uns gut»,

Sprecher 2: so Gernot Schmidt. Er ist Abteilungsleiter bei der Sparkasse Delitzsch-Eilenburg und zuständig für die Projekte der Regionalförderung. Er weiss, wovon er spricht. Denn es geht weder seiner Sparkasse noch der Region gut.

Im sächsischen Landkreis Delitzsch-Eilenburg liegt die Arbeitslosigkeit bei über 20 Prozent. Tendenz steigend. 15 Jahre staatliche Förderung haben den wirtschaftlichen Niedergang der Region nicht aufhalten können.

Im Auftrag der Sparkasse untersuchten zwei Gutachter, ob die Einführung einer Regionalwährung betriebswirtschaftlich sinnvoll und rechtlich zulässig ist.

Unter den Gutachtern war auch der ehemalige sächsische Innenminister. In ihrem Abschlussbericht kommen sie zu dem Schluss, dass die Einführung einer Regionalwährung prinzipiell machbar und auch rechtlich zulässig sei.

Voraussetzung für eine funktionierende Zweitwährung sei allerdings, dass damit auch grössere Umsätze zwischen den Unternehmen ermöglicht würden. Die Gutachter schlagen deshalb vor, den gewerblichen Tausch von Gütern und Dienstleistungen auf der Basis von Verrechnungseinheiten zu initiieren. Vorbild könnte dabei die Schweizer WIR Wirtschaftsring-Genossenschaft sein.

Die WIR ist der älteste und erfolgreichste Tauschclub in der Schweiz. Er wurde 1934 als Selbsthilfegenossenschaft gegründet. Seit den 1950er-Jahren fungiert er als gewerblicher Tauschring mit der Verrechnungseinheit WIR. Heute hat er über 60'000 Klein- und Mittelbetriebe als Mitglieder, die jährlich rund 1,8 Milliarden WIR umsetzen.

Die Sparkasse in Delitzsch-Eilenburg lässt inzwischen in einer Machbarkeitsstudie prüfen, ob sich das Betreiben eines Tauschclubs auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten für sie rechnet.

Gernot Schmidt ist davon bereits überzeugt:

Sprecher 1:  «Wir halten eine regionale Währung für ein Instrument der Wirtschaftsförderung und Förderung der Nachhaltigkeit. Wir rechnen mit der Einführung zum Ende des Jahres.»

Sprecher 2: Damit wäre die Sparkasse die erste Bank in Deutschland, die seit der Hyperinflation in den 1920er-Jahren wieder ein lokales Geld emittiert.

Das RegioNetzwerk

Der letzte Bericht hat es bereits angesprochen: Wer mit der Ausgabe von Regionalgeld Erfolg haben will, sollte neben ökonomischen auch rechtliche Überlegungen anstellen. Doch um Sicherheit, Nutzen und Akzeptanz einer neuen Währung zu gewährleisten, braucht es mehr. Gut, wenn man dabei auf die Erfahrung und das fachliche Know-how von anderen zurückgreifen kann. Möglich macht dies z. B. ein Netzwerk, in dem sich verschiedene Regionalgeld-Initiatoren zusammengeschlossen haben. Dieser Bericht stellt es Ihnen vor.

Sprecher 1:  «Mit der Ausgabe von Regionalwährungen tragen wir eine grosse gesellschaftliche Verantwortung. Wir müssen dieser gerecht werden und können uns deshalb nicht viele Fehler erlauben»,

Sprecher 2:  so Klaus Starke. Er ist Unternehmensberater und Koordinator des RegioNetwerkes, der Arbeitsgemeinschaft für Regionalwährungen.

Im September 2003 sind mit dem Roland in Bremen und dem Chiemgauer in Prien gerade einmal zwei Regionalwährungen im Umlauf, dazu hat sich ein halbes Dutzend Gründungsinitiativen gebildet. Dennoch gründen ihre Vertreter bereits das RegioNetzwerk, die Arbeitsgemeinschaft für Regionalwährungen. Ein Jahr später betreut die Arbeitsgemeinschaft bereits zehn Regionalwährungen und über 50 Initiativen. Sie kommen aus allen Teilen Deutschlands, vom Allgäu-Taler bis zum Hamburger-Elbtaler, vom sächsischen Kamenzer bis zum norddeutschen Wendländer.

Um die Regionalwährungen möglichst reibungslos einführen zu können, steht den Initiativen ein Pool von 20 Fachleuten zur Verfügung. Sie klären Rechts- und Steuerfragen, unterstützen den Aufbau der lokalen Infrastruktur, leisten Öffentlichkeitsarbeit und helfen beim Akquirieren von Fördermitteln. Denn auch für die Einführung einer Parallelwährung braucht man zunächst einmal Euro.

Die meisten Regionalwährungen und Initiativen orientieren sich am Finanztheoretiker Silvio Gesell. Er forderte in seinen Schriften zur Überwindung der wirtschaftlichen Krisen, Geld solle man nicht horten können, denn seine Knappheit führe zum Geldmehrwert, wie er den Zins nannte. Und dieser verursache die ständigen Konjunkturschwankungen, Arbeitslosigkeit und eine ungerechte Einkommensverteilung.

Gesells wichtigste Schlussfolgerungen waren: Der Zins muss abgeschafft werden! Das Geld, das auch zinslos nicht gehortet werden soll, muss man mit einem starken Umlaufantrieb ausstatten. Nur so kann es Produktion und Konsum ankurbeln.

Um den Umsatz anzukurbeln, sind auch die Regionalwährungen mit einer Umlaufsicherung ausgestattet. Das bedeutet, sie verlieren alle drei Monate 2 Prozent ihres Nennwertes. Dieser Verlust kann wieder ausgeglichen werden, indem Wertmarken für das nächste Quartal gekauft und auf die Scheine geklebt werden. Dabei geht der Erlös aus dem Verkauf der Wertmarken an gemeinnützige Projekte.

Internationale Komplementärwährungen

Sprecher 1: Ein Blick über Deutschland hinaus zeigt, dass Tausch- und Regionalwährungs-Systeme auch anderswo erfolgreich wirken. Drei Beispiele, die global gesehen von besonderer Bedeutung sind, verdeutlichen das.

Sprecher 2: Nicht nur in Deutschland breiten sich die Tauschsysteme und die Regionalwährungen rapide aus. Rund 4000 komplementäre Währungen sind in den letzten 20 Jahren in den Industrienationen entstanden. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des belgischen Finanzexperten Bernard A. Lietaer, der sich auch einen Namen als Fachmann für Komplementärwährungen gemacht hat.

Für die weltweite Ausbreitung der Komplementärwährungen spielen drei Währungen eine besondere Rolle: Die Verrechnungseinheiten der LETS, die amerikanische Ithaca-HOUR und der argentinische Crédito.

«LETS» ist die Abkürzung für «Local Exchange Trading System» und bedeutet «örtliches Austausch- und Handelssystem». So heissen im anglo-amerikanischen Raum die Kooperationsringe, die auf lokaler Ebene den bargeldlosen Austausch von Leistungen und Produkten organisieren. Und zwar zwischen Privatpersonen, Organisationen und Kleinunternehmen. Ihre Leistungen rechnen sie, ähnlich wie die Tauschringe in Deutschland, über Verrechnungseinheiten ab.

Das erste LET-System wurde 1983 in British Columbia in Kanada gegründet. Von dort verbreitete sich das Modell innerhalb von nur zehn Jahren in sämtlichen Industriestaaten. Schätzungen gehen davon aus, dass es heute weltweit 2500 regionale Tauschsysteme gibt.

Im Gegensatz zur bargeldlosen Verrechnung werden in der 30'000 Einwohner zählenden Stadt Ithaca im Bundesstaat New York seit 1991 HOUR-Geldscheine ausgegeben. Ziel ist es, auch hier die lokale Wirtschaft gegen die übermächtige Konkurrenz der Supermärkte und Discounter zu stärken. Heute hat sich die Parallelwährung im Geschäftsleben so durchgesetzt, dass sämtliche Waren und Dienstleistungen mit ihr erworben werden können.

Mit HOURS werden auch Löhne und Mieten bezahlt. Und selbst Kredite, die in Dollar gewährt wurden, können in HOUR getilgt werden. Die HOUR hat sich auch als legales Nebengeld durchgesetzt. Wer sie fälscht, wird dafür ebenso hart bestraft, als hätte er Dollarscheine hergestellt.

Im Gegensatz zu den Ithaca-HOURS hat sich der argentinische Crédito zu einer eigentlichen Landeswährung entwickelt. Er wurde 1995 in einem Vorort von Buenos Aires in Umlauf gebracht. Anfänglich wurde der Crédito nur als Tauschwährung für Flohmarktartikel akzeptiert. Das aber änderte sich schlagartig mit dem Kollaps der argentinischen Wirtschaft und dem rapiden Wertverlust des Peso.

Als die Arbeitslosigkeit auf weit über 30 Prozent kletterte, überlebten Millionen Argentinier nur Dank der neuen Währung. Schätzungsweise 150 Millionen selbstgedruckte Créditos waren 2002 in Umlauf und der Tauschumsatz wurde auf über eine Milliarde Dollar geschätzt.

Allerdings spielt der Crédito seit dem Wiedererstarken der argentinischen Wirtschaft und des Peso nur noch eine marginale Rolle. Denn in seiner Hochblüte 2002 wurde er so massenhaft gefälscht, dass das Vertrauen in ihn verschwand.

Die gesellschaftliche Bedeutung der Regionalwährungen

Sprecher 1:  Diese Präsentation hat es gezeigt: Regionalwährungen sind wirksame Zahlungsmittel in wirtschaftlichen Krisenzeiten, werden immer häufiger herausgegeben und stossen auf wachsende Akzeptanz. Treten wir einen Schritt zurück und betrachten die bisherigen Erfolge regionaler Währungssysteme aus nationaler Perspektive. Hat regionales Geld überhaupt eine Zukunft? Im abschliessenden Ausblick erfahren Sie mehr dazu ...

Sprecher 1:  «Regionalgeld, Arbeitswert-Gutscheine, Tauschringe und Nachbarschaftshilfen werden zukünftig zentrale Elemente der Einkommenssicherung sein.»

Sprecher 2: Das ist das Ergebnis einer Untersuchung des Arbeitsministeriums des Landes Brandenburg. Das Ergebnis könnte überraschen, denn noch ist die gesamtwirtschaftliche Bedeutung der regionalen Währungen gering. Aber ihr Gründungsboom zeigt den Bedarf nach solchen Alternativen. Denn die Zahl der Arbeitslosen steigt weiter und durch die eingeleiteten staatlichen Reformen drohen immer neue Teile der Bevölkerung zu verarmen. Eine Antwort auf diese Krise sind Tauschringe und Regionalgeld.

Inzwischen wird dieses Geld in Bankerkreisen und Unternehmerverbänden ebenso diskutiert wie in Sozialverbänden, in Forschungseinrichtungen wie in EU-Gremien. Dabei wissen sich die unterschiedlichen Initiatoren des Regionalgeldes mit vielen Arbeitsmarkt-Experten und Sozialökonomen einig: Mit den herkömmlichen Mitteln ist die Krise der Arbeitsgesellschaft nicht zu lösen, während die Projekte der lokalen Zweitökonomien ein grosses Potential in sich bergen.

Noch sind die Regionalwährungen zwar jung. Erst in einem Zeitraum von zwei bis drei Jahren wird sich überprüfen lassen, ob es ihnen tatsächlich gelingt, einen nachhaltigen Kreislauf zwischen Verbrauchern und Erzeugern herzustellen, Umsätze zu stabilisieren, Arbeitsplätze zu erhalten und langfristig auch neue zu schaffen.

Aber schon heute stehen sie für eine bessere und gerechtere Verteilung der Arbeit und für ein nachhaltiges Wirtschaften, für die Förderung der Eigeninitiative und die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements.

Für Julia Kollmannsberger aus dem Regionalmarkt in Prien ist der Umgang mit der Regionalwährung jedenfalls zu einer Selbstverständlichkeit geworden.

Sprecher 1:  «Ich kann mit den eingenommenen Chiemgauern meine Zulieferer, Bäcker, Biobauern und Käseproduzenten bezahlen. Und ich nehme ihn für den eigenen Verbrauch und gehe damit in andere Geschäfte einkaufen»,

Sprecher 2:  sagt sie nicht ohne Stolz.