«Geld in der Römischen Republik»

Königreich Italien, Umberto I., 20 Lire 1882

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Königreich Italien, Umberto I., 20 Lire 1882 (obverse) Königreich Italien, Umberto I., 20 Lire 1882 (reverse)

20 Lire! Die meisten Italienerinnen und Italiener konnten noch gegen Ende des 19. Jahrhunderts von einem solchen Geldbetrag nur träumen. Viele Familien lebten damals von der Landwirtschaft und fristeten ein kümmerliches Dasein. Die Landwirtschaft war noch kaum mechanisiert, dafür gab es Scharen von landlosen Saisonarbeitern, die auf den riesigen Latifundien im Süden für einen Hungerlohn schufteten. Im Jahr 1898 kam es nach einer schlechten Ernte zu einer massiven Verteuerung des Brotes: Der Preis stieg von 50 auf 60 Centesimi pro Kilogramm Brot, mancherorts musste man gar bis zu 75 Centesimi für ein Kilo bezahlen. Diese Brotteuerung gab den Ausschlag zu einer Welle revolutionärer Unruhen, die sich von Süditalien mit rapider Geschwindigkeit ausbreitete und in einer regelrechten Aufstandsbewegung in der Lombardei gipfelte. Erst nach blutigen Kämpfen konnte der Aufstand von der Armee niedergeschlagen werden. Die Ermordung Umbertos I. (1878-1900) im folgenden Jahr war der letzte Nachklang dieser erbitterten innenpolitischen Kämpfe.

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