«Geld in der Römischen Republik»

Geldtheorie II

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Geld und Macht

Geld ist Macht: Es ist Verfügungsmacht über die Arbeit anderer. Doch damit diese Macht in jedem Geldschein, jeder Münze und in jeder auf einem Konto geführten Zahl auch anerkannt wird, braucht es dahinter noch eine andere Macht: Staaten, die ihr Gewaltmonopol zur Garantie des Geldes einsetzen.

 

 

Eigentum

Eine Zahnbürste wird man lieber für sich alleine haben und nicht auch anderen überlassen wollen. Das ist eine Art von Eigentum. Der Boden, auf dem wächst, was mehr als einen satt machen kann, ist, wenn er zu Eigentum wird, eine andere. Oder sollte es wenigstens sein.

Caesar berichtet von den Germanen folgendes:

"Niemand hat bei ihnen ein bestimmtes Stück Ackerland oder eigenen Grund. Sondern die Anführer und Leute, die dafür eingesetzt sind, weisen den Geschlechtern und ihren Sippen sowie denen, die sich für die Feldbestellung zusammentun, jeweils für ein Jahr Land zu, wieviel und wo es ihnen gut scheint, und zwingen sie im Jahr darauf, ein anderes Stück Land zu übernehmen. Dafür führen sie viele Gründe an: Unter anderem damit sie nicht versuchen ausgedehnten Grund zu erwerben und die Mächtigeren nicht die Schwächeren von ihren Besitzungen vertreiben."

John Steinbeck berichtet aus seiner Gegenwart dies:

Die Leute kamen meilenweit, um sich die Früchte zu holen, aber das darf natürlich nicht sein. Wie würden sie denn Orangen […] kaufen, wenn sie bloß herauszufahren und sie aufzulesen brauchten? Und Männer mit Schläuchen spritzen Petroleum auf die Orangen und sind wütend über das Verbrechen, wütend über die Leute, die gekommen sind, um sich Orangen zu holen. Eine Million Hungernde, die Obst brauchen – und über die goldenen Berge wird Petroleum gespritzt. Und der Geruch der Fäulnis erfüllt das Land. Sie verbrennen Kaffee als Feuerung in den Schiffen. Sie verbrennen Korn zur Heizung, denn es gibt ein gutes Feuer. Sie werfen Kartoffeln in die Flüsse und stellen an den Ufern Wachen auf, damit die hungrigen Leute sie nicht herausfischen können. Sie schlachten die Schweine und graben sie ein und lassen sie verfaulen und den Saft in die Erde sickern.

Frage: Eine dieser beiden Arten von Eigentum ergibt sich aus dem heutigen Geld – welche?

 

 

Verfügungsgewalt

Die Dinge, die man zum Leben braucht oder sich zum Leben wünscht, kaufen wir mit Geld. Sie kosten Geld, also haben wir Geld für sie zu zahlen. Sie sind das Geld wert, das wir für sie bezahlen, und wir zahlen dieses Geld für sie, weil sie es wert sind, weil es ihr Wert ist. Geld also ist der Wert der Dinge und deshalb müssen wir Geld für sie bezahlen. So scheint es. Aber so ist es nicht.

Seinen Wert fordert niemals das Ding selbst ein, das wir bezahlen müssen. Nichts, was wir bezahlen müssen, fordert von sich aus die Bezahlung. Sondern Menschen fordern sie, ausnahmslos und immer nur Menschen. Wir bezahlen Menschen für etwas, das wir von ihnen bekommen, wir bezahlen nie dies etwas selbst. Menschen fordern Geld für etwas – und in unserer geldvermittelten Gesellschaft müssen sie es fordern. Sie sind gezwungen an Geld zu kommen, um mit diesem Geld erst an all jene Dinge zu kommen, die sie zum Leben brauchen oder sich in ihrem Leben wünschen. Denn für all das fordern wiederum andere, auf dieselbe Weise gezwungen, Geld.

So ist jeder – und zwar durchaus auf Leben und Tod – gezwungen, selbst etwas zu verkaufen: um dafür Geld fordern zu können. Denn nur so kommt er zu dem Geld, das er zum Leben braucht. Er wie jeder andere bekommt Geld selbst nur von anderen Menschen, von jenen anderen, die ihn bezahlen für das, was sie ihm abkaufen mögen. Er muss sich darüber freuen, wenn sie ihm etwas abkaufen, aber dies ausschließlich deshalb, weil er auf Gedeih und Verderb darauf angewiesen, weil er dazu gezwungen ist.

Die Herrschaft des Geldes wirft weltweit über jeden Einzelnen den Zwang, etwas zu verkaufen, um etwas kaufen zu können. Wer über genug Besitz verfügt, könnte ein Leben lang davon leben, ihn Stück für Stück zu verkaufen: um diejenigen, die dafür bezahlen, darüber verfügen zu lassen. Doch das ist unter der Herrschaft des Geldes der seltenste Fall. Hier gibt es mehr oder weniger nur zwei Möglichkeiten. Die erste und häufigste ist die, dass ein Mensch sich verkauft: wenn schon nicht als Person – da wäre er Sklave –, so doch mit dem, was er zu tun vermag. Das heißt, er arbeitet für Geld, das andere ihm bezahlen. Er lässt sie über sich, über das, was er tut und leistet, verfügen und er muss sie darüber verfügen lassen, um an das zu kommen, wovon er immerhin leben muss. Die andere Möglichkeit ist es, eben solche Menschen für ihre Arbeit zu bezahlen, um über sie und damit über das zu verfügen, was sie leisten, um das wiederum verkaufen zu können. Wenn es aber verkauft wird, verwandelt sich das Geleistete und Erarbeitete erneut in Geld, in das Mittel, um erneut über das zu verfügen, Dinge oder Dienste, was andere tun und leisten und erarbeiten. Geld ist und bleibt Verfügungsmacht über die Arbeit anderer.

 

So ist jeder – und zwar durchaus auf Leben und Tod – gezwungen, selbst etwas zu verkaufen: um dafür Geld fordern zu können.

 

Staat

Die Normalität, die für uns der Umgang mit Geld darstellt, überdeckt den Zwangscharakter der Veranstaltung. Mit ihr sind wir gezwungen dazu, von Geld zu leben, und das heißt viel. Es zwingt uns unter anderem dazu, gegen andere anzutreten und mit ihnen um das Geld zu konkurrieren, von dem wir und sie leben müssen. Es zwingt uns unablässig in den Interessenkonflikt zwischen jeweils demjenigen, der nicht umhin kann möglichst wenig zahlen zu wollen, und demjenigen, der nicht umhin kann zu wollen, dass ihm möglichst viel gezahlt wird. Es zwingt diejenigen zu verhungern, die nicht das Geld zum Überleben haben, zwingt diejenigen ins Elend, denen das Geld zu etwas Besserem fehlt. Und es zwingt alle dazu, mit der Welt auf eine Weise umzugehen, dass möglichst viel Geld dabei herausspringt: durch Verseuchung der Böden, Abholzung des Regenwaldes, Leerfischen der Meere, Ausbeutung von Menschen, Zerrüttung der Lebensverhältnisse. 

Das Geld gibt die Logik dieser Zwänge vor, aber es kann sie nicht durchsetzen, es kann sie nicht unmittelbar selbst ausüben. Keine Münze, keine Banknote, keine Zahl auf einem Konto kann uns von sich aus dazu zwingen, sie als Geld zu verwenden und mit ihr der Geldlogik zu folgen. Es sind Staaten, von denen der Zwang dazu ergeht, die modernen Nationalstaaten, die sich überhaupt erst mit dem Aufkommen der neuzeitlichen Geldwirtschaft in dieser Form herausgebildet haben, eben deshalb: weil diese Art Wirtschaft genau diese Art von Staat erfordert. In ihren Verfassungen haben sie die Verpflichtung auf Marktwirtschaft und Geldherrschaft verankert. Staaten sind es, die das Geld in Gestalt ihrer Nationalwährungen herausgeben, und bewehren es mit der Gewalt, über die sie als Monopol gegenüber ihren Bürgern verfügen. Wo sich ein Einzelner nicht an die Zwänge des Kaufens hält, wird ihm ihre Polizei weisen, wie zwingend sie einzuhalten sind. Und wo sich ein anderer Staat ihren Geld‑ und Wirtschaftsinteressen nicht fügt, werden ihre Militärs und anderen robusten Dienste dort für eine Regierung sorgen, die es tut.

Das betreiben Staaten im eigenen Interesse, denn das Staatsinteresse ist in dieser Hinsicht identisch ist mit dem ihrer Wirtschaft. Kein kapitalistischer Staat steht seiner Wirtschaft als Gegenmacht gegenüber und ließe sich als eine solche Gegenmacht gegen seine Wirtschaft ins Feld führen. Seine Einmischung in die Vorgänge dieser Wirtschaft gilt hauptsächlich dem Versuch, sie zu befördern. Wo er versucht, sie im Gegenteil zu zügeln, geht es stets nur ums Notwendigste, das es braucht, um die Konflikte und Zerstörungen, die diese Wirtschaft erzwingt, in einer Form zu halten, die ihr nicht letztlich selbst zusetzt. Denn der moderne Staat will und muss sie erhalten: Er erhält sich selbst durch Geld – Geld, das ihm „seine“ Wirtschaft einbringt. Er ist ihr oberster Lobbyist. Staaten sind die Agenturen des Geldes.

 

Geld und Beziehung

Geld setzt die Menschen zueinander in Beziehung als Käufer und Verkäufer von Waren. Wo alles Wirtschaften über Geld bestimmt wird, prägt diese abstrakte Beziehung über Geld nicht nur den gesellschaftlichen Zusammenhang der Menschen, sondern auch ihre privaten Beziehungen, hinein bis ins Innerste.

 

Individuum

Das Ich, unser Selbst, ist für uns eine Grundtatsache. Für die längste Zeit ihrer Geschichte aber kennen die Menschen ein solches Ich nicht. Es gehört der Neuzeit an, dem Zeitalter einer über Geld vermittelten Gesellschaft. Sie ist es, die dieses Ich hervorbringt und bedingt.

Denn innerhalb einer solchen Gesellschaft – und nur in ihr – gilt: Das Geld macht jeden unbedingt zu seinem individuellenBezugspunkt, da jeder Einzelne als Geldbesitzer fungiert. Geld selbst besteht dort ausschließlich als etwas, das jemand zumEigentum hat. Und jeder Einzelne muss es besitzen, um zu überleben. Der Bezug jedes Einzelnen auf das Geld, das er hat und zur Verfügung hat, macht also ein Zentrum seines Lebens aus. Gleichzeitig ist es genau dieser individuelle Bezug auf Geld, der jeden einzeln an alle anderen Menschen bindet, ihn als Geldbesitzer an sämtliche anderen ebenfalls als Geldbesitzer: Denn nur von ihnen kann er Geld bekommen und nur von ihnen kann er etwas für sein Geld bekommen.

Diese Gesamtheit, dieses: „alle anderen Menschen“, ist daher zwar höchst real, zugleich aber unbestimmt, leer und zutiefst abstrakt. Dieses Gesamt ergibt sich ja nicht dadurch, das der Einzelne jeweils alle diese anderen Menschen konkret kennen würde, sondern es ergibt sich allein durch den abstrakten, nämlich in Geld bestehenden Bezug jedes Geldbesitzers auf virtuell alle anderen Geldbesitzer. Dieses Gegenüber von je Einzelnem und abstraktem Gesamt ist das notwendige und unausweichliche Ergebnis von Geld – vom Geld einer geldvermittelten Gesellschaft. Und so bedingt es diese Art Vorstellung eines jeden von sich selbst als dieses abstrakten Einzelnen einer abstrakten Gesamtheit gegenüber. 

Deshalb aber ist auch niemand einfach und ursprünglich dieser Einzelne. Sondern er sieht sich nur zugleich als diesen Einzelnen – der er für sich nicht ist. Deshalb bleibt der Inbegriff dieser Vereinzelung, das Ich, jedem zugleich auf immer fremd: Es tritt ja zu dem, was jeder nun einmal ist, abstrakt erst hinzu. Dieses Ich ist deshalb dadurch gekennzeichnet, dass es immer erst noch gefunden werden muss, es ist nicht da, sondern das stete Objekt einer Ich-Findung. Die Frage: „Wer bin ich?“ führt nicht, wie wir glauben, auf den Kern eines Selbst, sondern zeugt von einer Trennung von „Wer“ und „ich“, die sich nicht schließen kann, weil sie als diese Trennung besteht: das Ich als immerwährendes, uneinholbares Projekt.

Und als tief belastendes Projekt. Denn wirksam ist es nicht nur als die psychologische Tatsache – Freud bestimmt das Ich als Funktion –, sondern alle sind dem, wodurch es bedingt ist, als einer ständigen Belastung ausgesetzt: Sie haben sich auf dem Markt zu behaupten, sich selbst und als Selbst, nämlich in Konkurrenz zu jenem abstrakten Gesamt. Was sie sich aber dafür antun müssen, erheben sie paradoxerweise zu einem Ideal: die Identität, das Selbst, das sie finden wollen.

 

 

Gesellschaft

Politik und Gesellschaft werden einander gern entgegengesetzt und die Gesellschaft dabei verstanden als die Gesamtheit aller Bürger als Bürger, nämlich insofern sie nicht mit Politik befasst seien, also nicht mit der Lenkung und Leitung ihrer selbst als Bürgerschaft. Eine geldvermittelte Gesellschaft jedoch ist nicht mehr nur die Gemeinschaft ihrer Mitglieder jenseits solcher Vermittlung. Die Vermittlung durch Geld setzt jeden einzeln in abstrakten Zusammenhang mit allen anderen als einer Gesamtheit, die als solche nicht greifbar ist: der Gesamtheit des Geldes als Gesamtheit der Geldbesitzer. Gesellschaft ist nicht Gemeinschaft, sondern – in aller Wirklichkeit so abstrakt, wie es klingt – Vermittlungszusammenhang.

Die geldvermittelte Gesellschaft stiftet den Zusammenhang zwischen ihren Mitgliedern durch eine Abhängigkeit voneinander, die höchst real besteht, aber eine höchst abstrakte Verlaufsform hat: die Abhängigkeit vom Geld. Das Leben eines jeden darin hängt davon ab, dass er zu Geld kommt, dass er folglich für sich etwas tut oder produziert, wofür andere ihm Geld geben. Und damit ist er zugleich umgekehrt abhängig davon, dass auch die jeweils anderen das tun und produzieren, was er zum Leben und wofür er deshalb Geld braucht, um es ihnen abkaufen zu können. Aber er kennt nicht die, für die er etwas tut, oder tut es nicht für sie, weil er sie kennt. Und auch sie tun das Ihre nicht für ihn, nicht, weil sie ihn kennen und zu seiner Versorgung beitragen wollen, sondern indem sie so wie er für sich darauf achten müssen, damit zu Geld zu kommen. In der Verfolgung dieses einen geldförmigen Interesses eines jeden für sich, in der Vereinzelung also erstellt sich ein Zusammenhang von Vereinzelten – die durch eben diesen Zusammenhang und in ihm Vereinzelte sind.

Doch er trennt sie nicht nur, er bringt sie gegeneinander in Stellung. Ein Beleg für die Unzahl von Konflikten, in die all diese Einzelinteressen, diese Interessen der Vereinzelten in der Konkurrenz mit denen aller anderen geraten, ist die Unzahl von Anwälten, die für das Ausfechten dieser Konflikte teuer bezahlt werden. Wie vielfältig die Konflikte aber auch jeweils sein mögen, ihren Kern haben sie im Prinzip der Ausschließung, welches mit dem gesellschaftsvermittelnden Geld gesetzt ist. Denn dieses Geld beruht darauf, dass mit ihm etwas zu kaufen ist, was nur der bekommt, der es kauft. Alle anderen sind von dem ausgeschlossen, was gekauft werden soll. Sie sind davon ausgeschlossen, damit es einzig und allein gegen Geld an den geht, der das Geld dafür aufbringt. In einer Gesellschaft, in der so gut wie alles, was Menschen brauchen, nur für Geld zu haben ist, sind Menschen also von so gut wie allem grundsätzlich erst einmal ausgeschlossen: Sie müssen dafür zahlen und – vor allem – auch zahlen können. Wer es nicht kann, darf verhungern.

Die Welt als Umwelt

Das Gegenüber und Gegeneinander von je Einzelnem und einem abstraktem Gesamt ist das notwendige Ergebnis einer geldvermittelten Gesellschaft. Als Ergebnis dessen, dass darin jeder sein Leben über Geld zu bestreiten hat, trägt er dieses Gegenüber einerseits bereits in sich. Er empfindet sich als Subjekt in einer Objektwelt, sieht sich als ein einzelnes Innen umgeben von einem gesamten Außen. Mit der geldvermittelten Gesellschaft setzen daher die solipsistischen Deutungen der Welt ein, Deutungen, die von einem in sich eingeschlossenen Ich ausgehen, das sich nur auf sich selbst bezieht und sonst umgeben ist von einer unendlichen Gesamtheit ebensolcher Einheiten – so wie etwa der Nullpunkt eines Koordinatensystems umgeben ist von der Gesamtheit aller übrigen Punkte dieses Systems. Es ist ein Ich, dem die gesamte übrige Welt als bloßes Nicht-Ich erscheint, als abstrakte Negation seiner selbst, ein Ich, das letztlich nur weiß, was in ihm selbst vorgeht, und nichts wirklich von dem, was ihn – nach dieser Vorstellung – nur und ausschließlich umgibt.

Aber jeder trägt diese Art einer Entgegensetzung von Innen und Außen nicht nur in sich, er trägt sie auch nach außen: Er muss sie austragen. Der Geldzusammenhang, dem er diese Entgegensetzung entnimmt, spielt ja vor allem und ursprünglich in dieser Außenwelt, da er jeden darauf verpflichtet, mit Geld durchzukommen und dafür also an Geld zu kommen. An dieses Geld aber kommt jeder nur, indem er etwas gegen Geld zu verkaufen hat, also muss unsere Welt als Außenwelt – Stück für Stück – zu einem solchen verkäuflichen Etwas gemacht werden, zur Ware. Die Welt wird zum Zugriffsfeld einer immer intensiveren Suche nach etwas, was sich zur Ware machen lässt. Und so unnachgiebig der Zwang ist, der dies vorgibt, so gnadenlos der Zugriff, so rücksichtslos: so letztlich ganz und gar selbstbezogen.

Umwelt: So wird die Welt deshalb genannt seit einer Zeit, als sie sich insgesamt durch diesen Zugriff gefährdet zeigt. Tatsächlich, als Umwelt wird sie von den Geldsubjekten behandelt, die auf sie zugreifen, als wären sie nicht selbst Bestandteil dieser Welt, als würden sie nicht zugleich selbst in ihr leben, sie, die diese Welt mit ihrem Zugriff zerstören, vergiften und – man muss sich nur einmal umsehen – so unwirtlich machen. Der Umweltgedanke, der dem wehren will, beharrt insofern auf der gleichen falschen Sicht, der er wehren müsste: die Welt als Umwelt zu behandeln, als ein Außen – nur dass mit diesem Außen eben pfleglich umzugehen sei. Die Welt aber bleibt Umwelt, solange sie kapitalistisch in den Blick genommen wird, und kein pfleglicher Umgang mit ihr wird insgesamt möglich sein, solange der Geldzwang fortbesteht. Bleibt er, macht er die Umwelt unaufhaltsam zuletzt zur Unwelt.