Römische Kaiserzeit, Konstantin I. (307-337 n. Chr.), AE III, 322 n. Chr., Treverorum

Denomination: AE III (Bronzemünze)
Prägeautorität: Kaiser Konstantin I.
Prägeort: Treverorum (Trier)
Prägejahr: 322 n. Chr.
Gewicht in Gramm: 3.63
Durchmesser in mm: 19
Material: Bronze
Eigentümer: Sunflower Foundation

Unter Konstantin I. vollzog sich ein interessanter Wandel der Münzbilder – weg von der Darstellung der traditionellen Gottheiten, hin zu politisch korrekten und religiös indifferenten Motiven. Ein gutes Beispiel dafür ist die hier abgebildete Münzrückseite.

Sie zeigt den auf einem Altar liegend Weltball. Auf dem Altar liest man VOTIS XX, also Gelübde für 20 Jahre Regierung. Diese Feiern, bei denen den Göttern ein Opfer gelobt wurde, wenn sie dem Kaiser weitere fünf Jahre auf dem Thron schenken würden, fanden regelmässig alle fünf Jahre statt. Dahinter stand der alte römische Gedanke, dass für jedes Geschenk der Götter eine Gegengabe im Opfer darzubringen war. Die alten Gelübde wurden also feierlich eingelöst, die neuen Gelübde ausgesprochen.

Diese eigentlich religiöse Handlung wurde im Münzbild so dargestellt, dass keinerlei Präferenz hinsichtlich eine Gottes oder einer Religion ausgesprochen wurde. So konnte die Darstellung der Gelübde auch überleben, als die Nachfolger Konstantins das Christentum zur alleinigen Religion im römischen Reich erhoben.