Römische Kaiserzeit, Philippus I. Arabs (244-249 n. Chr.), Antoninian, 248 n. Chr.

Denomination: Antoninian
Prägeautorität: Kaiser Philipp I. Arabs
Prägeort: Rom
Prägejahr: 248 n. Chr.
Gewicht in Gramm: 3.29
Durchmesser in mm: 25
Material: Silber
Eigentümer: Sunflower Foundation

Im Jahr 248 n. Chr. beging Rom ein wichtiges Jubiläum. 1000 Jahre vorher, so die Überlieferung, war angeblich die Stadt Rom gegründet worden. Wir würden heute bei einer aus so einem Anlass geprägten Münze eine Umschrift wie «1000 Jahre Rom» oder «Rom – 753 v.-248 n. Chr.» erwarten (natürlich benutzten die Römer eine andere Zeitrechnung, aber nur zum Beispiel). Kaiser Philipp Arabs wählte die Worte SAECULARES AUGUSTORUM – die Säkularfeier der Kaiser.

Eine Säkulum war nach römischen Glauben dann vergangen, wenn jeder, der zu Beginn des alten Säkulums gelebt hatte, verstorben war. Die Dauer eines Säkulums konnte also variieren und deshalb für politische Zwecke eingesetzt werden. Augustus, der sich nach seinem grossen Bürgerkrieg mit dem Problem auseinandersetzen musste, wie er den traumatisierten Römern den Neuanfang begreiflich machen konnte, gestaltete zu diesem Zweck das Vorbild aller späteren Säkularfeiern. Er schuf ein Sühnefest, bei dem jeder einzelne römische Hausvater sein Heim entsühnte, um so frei von Schuld in die neue Zeit einzugehen.

Schuld und Sühne, das war schon lange nicht mehr aktuell in der Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. Der Glauben hatte sich gewandelt. Die tiefen religiösen Gefühle waren aus dem Staatskult verschwunden, hatten sich auf die Mysterienreligionen verlagert. Und so wurde das Säkularfest unter Philipp ein riesiges Spektakel, bei dem in der Arena Tausende von Tieren ihr Leben lassen mussten. Dabei fanden diese Tiere auch Eingang in die Münzprägung, denn das zeigte den Römern, wie weltumfassend ihre Herrschaft geworden war.