Königreich der Langobarden, Alboin (568-572), Tremissis, 572, Pavia

Denomination: Tremissis (1/3 Solidus)
Prägeautorität: König Alboin der Langobarden
Prägeort: Ticinum (Pavia)
Prägejahr: 572 n. Chr.
Gewicht in Gramm: 1.36
Durchmesser in mm: 19
Material: Gold
Eigentümer: Sunflower Foundation

Die Geschichte des mittelalterlichen Münzwesens in Italien beginnt mit den Langobarden, die 568 auf die Apenninenhalbinsel vorstiessen. Ein ungewöhnlich blutiger Krieg und eine Pestepidemie in den 540er-Jahren hatten die Bevölkerung stark geschwächt. So stiessen die Eindringlinge nur auf geringen Widerstand. Nachdem sie das Voralpengebiet und die Poebene unter ihre Kontrolle gebracht hatten, stiessen sie weiter nach Süden vor, wo sie die Herzogtümer Spoleto (nördlich von Rom) und Benevent (südöstlich von Neapel) gründeten.

Die Langobarden kamen als Feinde ohne die Erlaubnis des römischen Kaisers ins Land. Daher konnten sie das bestehende Verwaltungswesen nicht übernehmen. Es gelang ihnen auch nicht, die wichtigen Münzstätten Rom und Ravenna einzunehmen, und das Land war durch den Krieg so verwüstet, das kaum Bedarf an Geld bestand. Dennoch waren auch die ältesten langobardischen Münzen Nachahmungen von Tremissis, die in Ravenna im Namen der oströmischen Kaiser geprägt worden waren. Sie unterschieden sich von ihren Vorbildern lediglich durch die verstümmelten Inschriften.

Dieser sehr seltene Tremissis stammt von König Alboin, dem Eroberer Italiens und Begründer des Langobardenreichs. Es handelt sich um die Nachahmung einer Münze von Kaiser Justin II. (565-578), dessen Büste er auf der Vorderseite trägt; die Umschrift lautet DNIVSTI NVSPPAVC. Die Rückseite zeigt eine Viktoria mit Kranz und Kreuz und die Umschrift VICTORIA AVCVSTORVM und CONOB.