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Mittleres und unteres Donaugebiet, Tetradrachme (Imitation der Münze Alexanders III.), ca. 150-100 v. Chr.

Denomination: Tetradrachme
Prägeautorität: Unbestimmter ostkeltischer Stamm
Prägeort: Unbestimmt
Prägejahr: 150 v. Chr. - 100 v. Chr.
Gewicht in Gramm: 15.48
Durchmesser in mm: 33
Material: Silber
Eigentümer: Sunflower Foundation

Die Kelten hinterliessen keine schriftlichen Dokumente; deshalb bilden die frühen Erwähnungen der Griechen und die propagandistisch gefärbten Beschreibungen der Römer neben den archäologischen Funden – die wichtigsten darunter keltische Münzen – die einzigen Quellen über dieses sagenumwobene Volk.

Die ersten keltischen Münzen sind aufgrund seltener Beifunde schwierig zu datieren und werden im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. angesetzt. Ihre Motive orientierten sich an bestimmten Tetradrachmen und Stateren der makedonischen Herrscher und ihrer Nachfolger, der Diadochen. Die Münzen Philipps II. (359-336 v. Chr.) und seines Sohnes Alexander des Grossen (336-323 v. Chr.) wurden zuerst zu Nachahmungen herangezogen – und eine Tetradrachme des Letzteren war es denn auch, die diesem keltischen Stück Pate stand.

Einige der keltischen Nachahmungen sind stilistisch so hochwertig, dass ihre Prägung vermutlich noch zu Lebzeiten oder kurz nach dem Tod der makedonischen Herrscher erfolgte. Je weiter sich die Münzen aber zeitlich von ihren Vorbildern entfernen, desto typischer werden ihre keltischen Merkmale, die Stilisierung und Ornamentalisierung der Darstellungen. Bei späten Stücken ist nur noch mit Mühe ein Bezug zu den originalen Motiven zu erkennen.

Für diese Tetradrachme trifft dies allerdings nicht zu – sie stammt aus der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts v. Chr. Ihre Vorderseite zeigt Herakles mit einem über den Kopf gestülpten Löwenfell. Auf der Rückseite thront – bereits leicht stilisiert – der Göttervater Zeus mit Zepter und Adler.