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Mittelmeerraum und Vorderasien, Bohne des Johannisbrotbaums

Denomination: Frucht des Johannisbrotbaums
Prägeautorität:
Prägeort:
Prägejahr: 1500 n. Chr. - 2000 n. Chr.
Gewicht in Gramm:
Durchmesser in mm: 117.5
Material: Andere
Eigentümer: Sunflower Foundation

Die Samen des Johannisbrotbaums Ceratonia siliqua haben eine glänzende Karriere gemacht: sie gelten als Ursprung der Gewichtseinheit Karat, der Masseinheit für den Feingehalt von Gold.

Im alten Rom benutzte man ein kleines Gewichtsmass, das «Siliqua» hiess. Sowohl der Name als auch das Gewicht selber stammten von den Samen des Johannisbrotbaums. Im römischen Gewichtssystem entsprach eine Siliqua – bzw. ein Same des Johannisbrotbaums – 1/1728 des römischen Pfundes. Das entspricht nach heutigem Gewicht 0,19 Gramm.

Seit dem 4. Jahrhundert n. Chr. gaben die Römer, die Siliqua auch als Münze aus. Es galt 1 Siliqua = 1/24 Solidus. Der Solidus war die damalige römische Reichsgoldmünze. Er wog 1/72 des römischen Pfundes, nämlich 4,55 Gramm. Damit entsprach sein Gewicht genau dem 24-fachen einer Siliqua.

Die römische Unterteilung einer Goldeinheit in 1/24 Siliquae behielt man auch im Mittelalter bei. Allerdings wurde im Lauf der Zeit anstatt des Namens Siliqua das griechische «Kerat» gebräuchlich, was «Hörnchen» bedeutet, denn die Bohne des Johannisbrotbaumes ist hörnchenförmig.

Das Gewicht, das in römischen Zeiten noch bei rund 0,19 Gramm gelegen hatte, wurde im Mittelalter uneinheitlicher: je nach regionaler Gewichtseinheit wog ein Karat etwas mehr oder weniger. 1907 wurde das Karat dann standardisiert und auf 0,20 Gramm festgelegt.