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Kongo, Stamm der Batetela, Schneckenscheibengeld Musanga
| Denomination: | Musanga |
| Prägeautorität: | Stamm der Batetela |
| Prägeort: | Unbestimmt |
| Prägejahr: | 1800 n. Chr. - 1900 n. Chr. |
| Gewicht in Gramm: | 1.4 |
| Durchmesser in mm: | 20 |
| Material: | Andere |
| Eigentümer: | Sunflower Foundation |
Traditionelles afrikanisches Geld besteht oft aus Schalen – aus Muschelschalen, Schneckenschalen oder auch Strausseneierschalen. Allerdings erhalten die einzelnen Bestandteile ihren Geldcharakter erst, wenn sie in einer bestimmten Reihenfolge auf Schnüre aufgezogen werden. Ein einzelnes Stück einer Schneckenschale ist also noch kein Geld.
Es handelt sich um das Gehäuse einer im Kongo lebenden Landschnecke, deren Schale in mehr oder weniger gleich grosse Stücke gebrochen, mit einem Loch versehen und auf eine Schnur gereiht wird. Als Schmuck können diese Musanga genannten Schnüre wegen der scharfen Kanten nicht verwendet werden; sie dienen ausschliesslich als Zahlungsmittel. Musanga wird weniger im Handel eingesetzt, sondern findet vor allem als Brautgeld Verwendung.
Die Schneckenscheibenschnüre sind Teil eines richtigen Währungssystems: Eine Schnur, gemessen von der grossen Zehe bis zur Ferse, hat den Wert von einem Doti, was knapp einem Meter indigoblau gefärbten Tuches entspricht. Für zehn Meter indigoblaues Tuch wiederum erhält man jedes andere Tuch. In westlichem Geld kostete ein Musanga ursprünglich 1 Franc. Dieser Preis stieg allerdings auf 25 Franc an nachdem Händler entdeckt hatten, dass sie von den Batetela gegen Francs allein kein Elfenbein kaufen konnten, sondern einige Musanga beilegen mussten.
