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Süditalien, Lukanien, Sybaris, Nomos, 520 v. Chr.

Denomination: Nomos
Prägeautorität: Stadt Sybaris
Prägeort: Sybaris
Prägejahr: 520 v. Chr. - 510 v. Chr.
Gewicht in Gramm: 8.39
Durchmesser in mm: 29
Material: Silber
Eigentümer: Sunflower Foundation

Sybaris war, wie Kroton, Caulonia und Metapont, eine von den Achaiern in Unteritalien (Magna Graecia) gegründete Koloniestadt. Bereits um 550 v. Chr. setzten in Sybaris und Metapont die ersten Münzprägungen ein – früher noch als in Sizilien. Allerdings kam die Münzprägung von Sybaris schon nach knapp 40 Jahren wieder zum Erliegen, als Sybaris von Kroton vollständig zerstört wurde.

In der technischen Umsetzung der Münzprägung gingen die Kolonien Unteritaliens eigene Wege: Sie entwickelten eine nur für sie charakteristische Technik der inkusen Prägung. Vorder- und Rückseitenstempel zeigten stets dasselbe Bild. Im Fall von Sybaris handelte es sich dabei um die Darstellung des Stieres mit zurückgewandtem Kopf. Die genaue Bedeutung des Bildes ist schwer zu fassen – vielleicht handelte es sich um einen Hinweis auf eine mit Vieh reichlich versehene Landschaft.

Bei oberflächlicher Betrachtung könnte man meinen, dass die Rückseite der Münze lediglich das Negativ der Vorderseite ist. Das ist jedoch nicht der Fall: Abweichungen im Bild und fehlende oder andere Details zeigen, dass zwei einzelne Münzstempel verwendet wurden. Welche Kunst es bedeutet, ohne Lupe und andere technische Hilfsmittel nahezu identische Stempel zu schneiden, kann man sich lebhaft vorstellen. Auch in ihrem Gewichtsstandard unterschieden sich die Städte Unteritaliens von den übrigen Münzstätten ihrer Zeit. Der Gewichtsstandard belief sich auf 8 Gramm und wurde Nomos genannt.