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Heiliges Römisches Reich, Bischof Pruno (1006-1029), Pfennig, ca. 1020, Augsburg

Denomination: Denar (Pfennig)
Prägeautorität: Bischof Pruno
Prägeort: Augsburg
Prägejahr: 1020 n. Chr. - 1029 n. Chr.
Gewicht in Gramm: 1.11
Durchmesser in mm: 19
Material: Silber
Eigentümer: Sunflower Foundation

Im 10. und 11. Jahrhundert war der Pfennig noch immer eine internationale Währung. In den aufstrebenden Städten und besonders an Märkten wurde er seit dem 11. Jahrhundert immer öfter auch für den Binnenmarkt gebraucht. Auf vielen städtischen Märkten gab es den so genannten Währungszwang, den Zwang zur Umwechslung fremder Münzen in einheimisches Geld. Dadurch begann im 11. Jahrhundert die Zersplitterung des Münzwesens, das später in deutschen Landen schwere Probleme verursachen sollte. Neben die ursprünglich nur königlichen und herzoglichen Münzen traten erzbischöfliche, bischöfliche, gräfliche und äbtische Pfennige. Gleichzeitig wurde das ehemals einheitliche Münzbild des Pfennigs immer unterschiedlicher.

In Augsburg wurde diese Tendenz sogar durch den König gefördert. In der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts hatte die Stadt schwer unter den Einfällen der Ungaren gelitten. Erst der Sieg Ottos I. auf dem Lechfeld im Jahr 955 setzte der ungarischen Bedrohung ein Ende. In Augsburg hatte Bischof Udalrich damals seine Stadt von einer Mauer umgeben lassen und damit entscheidend mitgeholfen, die Ungaren abzuwehren. Otto hatte ihm dafür die Gerichtsbarkeit, das Münzrecht und vermutlich auch das Marktrecht verliehen. Darüber hinaus wurde Augsburg zum bevorzugten Ort für königliche Hoftage und beherbergte auch eine königliche Münzstätte. Um monetäre Verwechslungen zu vermeiden ordnete König Heinrich II. um 1010 an, dass in Augsburg der König und der Bischof ihre jeweiligen Münzen fortan parallel, aber im Münzbild typenverschieden prägen sollten. Dieser Pfennig von Bischof Pruno trägt ein Kreuz und eine schematische Kirche.