Münzsammlung ⟩ Spätmittelalter ⟩ Mittel- und Westeuropa ⟩ Frankreich ⟩ Königreich Frankreich, Herzogtum Burgund, Hugo V. (1305-1315), Denier, Dijon

Zurück

Königreich Frankreich, Herzogtum Burgund, Hugo V. (1305-1315), Denier, Dijon

Denomination: Denar (Pfennig)
Prägeautorität: Herzog Hugo V.
Prägeort: Dijon
Prägejahr: 1305 n. Chr. - 1315 n. Chr.
Gewicht in Gramm: 0.91
Durchmesser in mm: 18
Material: Silber
Eigentümer: Sunflower Foundation

Im Lauf des 14. Jahrhunderts gelang es der französischen Krone allmählich, das Münzwesen im Land unter ihre Kontrolle zu bringen und die prägeberechtigten Feudalherren auf ein paar Wenige zu reduzieren. Die französischen Könige kauften bei jeder sich bietenden Gelegenheit Münzrechte auf, und durch das Erlöschen von Adelsgeschlechtern fielen ihnen auch immer wieder Münzrechte zu. Schliesslich besassen in Frankreich nur noch jene Lehensstaaten das Münzrecht, deren Fürsten mächtig genug waren, der Krone die Stirn zu bieten.

Dazu gehörte auch das Herzogtum Burgund, das sich beidseits der Grenze zwischen Frankreich und dem Deutschen Reich erstreckte. Eine der burgundischen Münzstätten befand sich auf deutschem Reichsgebiet, in Auxonne. Dort konnten Burgunderherzöge tun und lassen was sie wollten. So wurden in Auxonne Goldmünzen und Nachahmungen der französischen Königsmünzen geprägt – dies, obwohl den französischen Lehensherren nur die Ausgabe von einfachen Silberdeniers erlaubt war.

Ihre Deniers liessen die Herzöge von Burgund in Dijon schlagen, das auf französischem Reichsgebiet lag. Das hier gezeigte Stück stammt von Herzog Hugo V. Die Inschrift auf der Vorderseite lautet VGO BVRGVNDIE DVX, hinten wird der Münzort DIVIONENSIS genannt. Die Bedeutung der burgundischen Münzen sollte allerdings nicht überschätzt werden. Sogar unter Herzog Philipp dem Kühnen (1363-1404), einer der wichtigsten politischen Gestalten im Frankreich seiner Zeit, waren die burgundischen Münzen lediglich im Herzogtum selber in Umlauf.