Heiliges Römisches Reich, Bistum Augsburg, Händleinheller o.J. (1385-1387), Dillingen

Heller (oder Haller) hiessen ursprünglich die Pfennige aus der Reichsmünzstätte von Hall in Schwaben. Sie wurden sie um 1200 unter Kaiser Friedrich I. eingeführt und zeigten auf einer Seite ein Spaltkreuz und auf der anderen Seite die Innenfläche einer Hand – daher stammte auch der Name «Händlein...

Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Pfalz, Friedrich I. der Siegreiche (1449-1476), Weisspfennig oder Albus o.J. (nach 1456), Bacharach

Der Albus oder Weisspfennig wurde erstmals 1368 vom Erzbischof Kuno von Falkenstein in Trier ausgegeben. Der Name leitete sich vom lateinischen «denarius albus» (weisser Pfennig) ab, weil die Münze aufgrund des relativ hohen Silbergehalts ihre silbrig-weisse Farbe auch im Umlauf beibehielt. Durch...

Königreich Deutschland, Friedrich III. (1440-1493), Apfelgulden o.J. (ca. 1460-1490), Frankfurt am Main

«Frankfurt ist das Silber- und Goldloch» behauptete Martin Luther in einer Flugschrift über die alte Reichs-, Wahl-, Krönungs- und Messestadt am Main wegen des Edelmetallhandels, der sich hier zur Messezeit konzentrierte. Diesen für eigene Prägungen nutzbar zu machen, setzte König Sigismund zur H...

Heiliges Römisches Reich, Erzbistum Köln, Pfalzgraf Ruprecht b. Rhein (1463-1480), Weisspfennig (oder Albus) o.J. (1464)

Die Ausweitung des Handels im hohen Mittelalter erforderte europaweit grössere Münzwerte. Den Anfang machte dabei Frankreich, das unter Ludwig IX. in Tours eine grössere Silbermünze prägen liess: den Gros (Groschen) zu 12 Pfennigen. Dieser wourde schliesslich auch zum Vorbild für den deutschen Gr...

Heiliges Römisches Reich, Bistum Würzburg, Rudolf II. von Scherenberg (1466-1495), Schilling o.J.

Das bayrische Bistum Würzburg war im Hoch- und Spätmittelalter ein bedeutender Machtfaktor. Damals fanden in Würzburg Reichs- und Hoftage und sogar kaiserliche Hochzeiten statt. 1168 verlieh Kaiser Friedrich Barbarossa den Würzburger Bischöfen den Titel «Herzog von Franken» sowie nebst verschiede...

Heiliges Römisches Reich, Reichsstadt Nürnberg, Gulden o.J. (c. 1469-1471)

Nürnberg benutzte seine rasch wachsende wirtschaftliche Macht, königliche und davon abgeleitete burggräfliche Rechte an sich zu bringen, um auf diese Weise seine Unabhängigkeit bis zur vollständigen Reichsfreiheit auszubauen. Besonders lag der Stadt im Interesse eines geordneten Geldwesens daran,...

Heiliges Römisches Reich, Kurfürstentum Sachsen, Friedrich II. der Weise mit Albrecht und Johann (1486-1500), Goldgulden (Apfelgulden), 1499, Leipzig

Sachsen war das klassische Land des Silbers und der Silbermünze, gespeist aus dem reichen Segen des Erzgebirges. Goldmünzen spielten dagegen in der sächsischen Geldgeschichte keine Rolle, wenn sie auch immer wieder besonders für den Aussenhandel geprägt wurden. Erstmals geschah dies von 1455/56 b...

Heiliges Römisches Reich, Herzogtum Württemberg, Ulrich (1498-1519 und 1534-1550), 1. Regierungsperiode, Dicken o.J.

Das modern anmutende, individualisierte Porträt des Herzogs unterscheidet sich scharf vom gotischen Charakter der Umschrift und der Gestalt des heiligen Ulrichs im bischöflichen Ornat auf der Rückseite. Die Münze dürfte in der ersten Dekade des 16. Jahrhunderts geprägt worden sein.

Heiliges Römisches Reich, Herzogtum Württemberg, Ulrich ( 1. Regierung 1498-1519), Goldgulden o.J.

Unter dem Motto «Nichts denn Gottes Gerechtigkeit!» zogen im Jahr 1514 die Anhänger des «Armen Konrad» gegen Herzog Ulrich von Württemberg in den Kampf. Sie sahen keinen anderen Ausweg. Ihr Einkommen deckte den Lebensunterhalt nicht mehr. Hunger und Not waren die Folge. Und dann erhob Herzog Ulri...