Münztouren ⟩ Mittlere Neuzeit ⟩ Wie die Deutschen zu ihrer Mark kamen ⟩ Deutsches Reich, Weimarer Republik, 200 Mark 1923 (Inflationsmünze), Berlin

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Deutsches Reich, Weimarer Republik, 200 Mark 1923 (Inflationsmünze), Berlin

Denomination: 200 Mark
Prägeautorität: Weimarer Republik
Prägeort: Berlin
Prägejahr: 1923
Gewicht in Gramm: 0.9700000286102295
Durchmesser in mm: 23.0
Material: Andere
Eigentümer: Sunflower Foundation

Nach dem Ersten Weltkrieg konnte mit Münzen niemand mehr etwas anfangen. Die Nennwerte waren viel zu klein geworden. Was 1913 noch eine Mark gekostet hatte, handelte man im Herbst 1923 für eine Billion Mark. Ein Kilo Butter kostete 168 Millionen Mark, ein Laib Brot 580 Milliarden.

Die Arbeiter verlangten am Morgen ihren Lohn und rannten mit dem Geld in die Läden, bevor es wertlos wurde. Vermieter holten ihre Mietzahlungen mit Koffern ab. Und in den Geschäften rafften die Kunden alles zusammen, was es zu kaufen gab – ob sie es nun brauchten oder nicht. Denn mit jedem Moment wurde das Geld weniger wert.

Wer die neue Lage schnell erfasste, konnte allerdings zu plötzlichem Reichtum gelangen. Die Lebensregeln jedoch brachen zusammen, Erfahrung und Alter gingen Bankrott, Sparguthaben lösten sich in nichts auf.