Münztouren 〉 Durch die Zeiten 〉 Frauen auf Münzen – der lange Weg zur Gleichstellung 〉 Sizilien, Syrakus, Obol der Demareteion-Serie, ca. 465 v. Chr.
Sizilien, Syrakus, Obol der Demareteion-Serie, ca. 465 v. Chr.
| Denomination: | Obol |
| Prägeautorität: | Stadt Syrakus |
| Prägeort: | Syrakus |
| Prägejahr: | -465 |
| Gewicht in Gramm: | 0.49000000953674316 |
| Durchmesser in mm: | 11.0 |
| Material: | Silber |
| Eigentümer: | Sunflower Foundation |
Man schrieb das Jahr 480 v. Chr. Syrakus, Weltstadt und Zentrum griechischer Kultur auf Sizilien, hatte seinen Erzfeind Karthago unter der Führung des Tyrannen Gelon vernichtend geschlagen. Dieser Gelon war ein unsentimentaler Realpolitiker, der als der Begründer der Tyrannis in Syrakus und den anderen Städten seines Reiches galt.
Von anderem Schlag als ihr Mann scheint Gelons Gattin Demarete gewesen zu sein: Während der Friedensverhandlungen mit Karthago setzte sie sich energisch für Karthago im Allgemeinen und die gefangenen Karthager im Besonderen ein. Als Dank erhielt sie bei Vertragsabschluss von den karthagischen Gesandten einen goldenen Kranz im Wert von 100 Talenten. Der Legende nach liess die Königin aus diesem Kranz Münzen prägen, die später nach ihr Demareteia genannt wurden.
Wäre die Legende wahr, dann müssten die Demareteia aus den Jahren um 480 v. Chr. stammen. Heute glaubt man allerdings eher, dass die Demareteia in den 460er-Jahren geprägt wurden – möglicherweise als Erinnerungsmünzen an einen der zahlreichen Siege von Syrakus in diesen Jahren. Die Münzen der Demareteion-Serie sind ausserordentlich schön und selten. Die kleineren Werten wie dieser Obol zeigen auf der Vorderseite den Kopf der Nymphe Arethusa. Die Rückseite trägt ein Wagenrad; die vier Felder zwischen der Speiche und der Felge tragen in griechischer Schrift die vier Buchstaben für Syrakus.
