Ob bei Erziehung, Heirat oder Geld: Russlands Zaren waren stets westlich orientiert. Ihre Lehrer waren oft Franzosen, ihre Frauen meist Deutsche – und auch die Idee zur russischen Währung kam ursprünglich aus dem Westen. Manchmal waren sogar die Münzen selbst westlich. Wegen des notorischen Silbermangels nämlich prägte Russland lange Zeit keine eigenen Münzen, sondern benutzte fremdes Geld.
Sein Ziel, den europäischen Ländern wirtschaftlich und politisch nachzufolgen, erreichte das Zarentum nicht – das wusste der Adel stets zu verhindern. So scheiterte z. B. die Industrialisierung, Russland blieb agrarisch. Der Rubel, der lange eine Recheneinheit gewesen war, kam nie richtig ins Rollen, und rollt bis heute vor allem in Casinos. Diesen Ausgang konnte allerdings zu Beginn niemand voraussehen; als die Rubelwährung eingeführt wurde, war sie eine der modernsten Währungen der Zeit. Die Russen waren nämlich die ersten, die das Dezimalsystem einführten.