Der Versuch, die vom westlichen Münzgeld abweichenden Zahlungsmittel in einen Begriff zu packen, ist ethnozentrisch und zudem recht schwierig. Jahrelang hat man für diese nichtmünzlichen Geldformen den Ausdruck «Primitivgeld» verwendet, der äusserst unglücklich, doch immer noch weit verbreitet ist. Auch der geläufige Name «vormünzliche Zahlungsmittel» ist unzureichend, denn er meint Geld vor dem Aufkommen der Münze. Doch umfassen die nichtmünzlichen Geldformen ein viel weiteres Gebiet: Das bedeutendste und am weitesten verbreitete dieser Zahlungsmittel war das Kaurigeld, das in vielen Ländern jahrhundertelang parallel zum Münzgeld umlief; mancherorts bildeten Kaurischnecken sogar eine feste Wertstufe innerhalb des Währungssystems.
Ebenfalls oft gebraucht, wenn auch fälschlicherweise, ist der wertfreie Begriff «Naturalgeld» für nichtmünzliche Geldformen. Doch Manillas, Katangakreuze oder viele andere nichtmünzliche Geldformen bestehen aus Metall, und sind damit nicht mehr Naturalgelder als die westlichen Gold- und Silbermünzen. Vielmehr sind Naturalgelder eine spezifische Entwicklungsstufe der nichtmünzlichen Geldformen, ebenso wie Gerätegelder, Schmuckgelder und Barrengelder.
Um der Vielfalt von nichtmünzlichen Geldformen gerecht zu werden, sind diese Gelder im MoneyMuseum unter dem Begriff «traditionelle Zahlungsmittel» zusammengefasst. Solche Zahlungsmittel wurden in praktisch in allen Kulturen entwickelt. In der folgenden Tour wollen wir Ihnen eine kleine Auswahl afrikanischer Geldformen vorstellen.