Die Vereinigten Staaten von Amerika sind ein Konglomerat aus den verschiedensten Kulturen: Im 16. Jahrhundert trafen erstmals Spanier auf indigene Einwohner, die so genannten Indianer; bald folgten Menschen von afrikanischen und asiatischen Zivilisationen und anderen europäischen Ländern. So erstaunt es nicht, dass am Anfang der nordamerikanischen Geldgeschichte die verschiedensten Geldformen standen.
Als die ersten Europäer an den amerikanischen Küsten landeten, waren dort bereits differenzierte Geldsysteme in Gebrauch. In Nordamerika waren bestimmte Häute und Muscheln weit verbreitet. Biberpelze zum Beispiel dienten von Alaska über Kanada und weite Teile der Vereinigten Staaten als Währungseinheit, und die Felle von anderen Tieren bildeten Vielfache oder Teilstücke davon. Die Neuankömmlinge übernahmen diese Geldsformen – im Handel mit den Indianern, aber auch im Handel untereinander: In Kanada galt ein Biberpelz im Jahr 1748 zwei Pfund Zucker, einen Bronzekessel oder anderthalb Pfund Schiesspulver.
Doch die tiefverwurzelte europäische Auffassung, dass nur metallisches Geld «richtiges» Geld sei und das Konzept, dass Reichtum mit Edelmetall zu tun habe, liess Münzen bald auch in der Neuen Welt zu hochbegehrten Objekten werden. Dies umso mehr, als sie bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts äusserst knapp waren.