Münztouren ⟩ Frühe Neuzeit

Der Taler – die Handelsmünze des 16. Jahrhunderts

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts erlaubten Neuerungen im Bergbau eine intensivere Ausbeute der europäischen Silberminen. Nun konnte der Mangel an Goldmünzen – bedingt durch die Knappheit and Goldvorkommen in Europa – durch Prägung von grossen Silbermünzen begegnet werden. Die neuen Silbermünzen wurden anfänglich als Guldengroschen, Guldiner oder Guldentaler bezeichnet, denn sie hatten denselben Wert wie die umlaufenden Goldgulden. Unter dem Namen Taler wurden sie bald zur führenden Handelswährung in Europa. Wo keine Erzvorkommen aus dem eigenen Boden ausgebeutet werden konnten wurden fremde Silbermünzen eingeschmolzen und neue Münzen daraus geprägt. Die enormen Mengen an Silber, die über Spanien aus Lateinamerika importiert wurden, ermöglichten schliesslich das Aufblühen der Talerprägung in Europa.

Der US-Dollar, seine Ahnen und Verwandten

Beim Wort «Dollar» denkt man meist an die leicht lumpigen grünen Geldscheine mit dem Bildnis von George Washington. Dass der Dollar aber nicht immer aus Papier, sondern ursprünglich eine harte Münze aus Silber war, ist hier zu erfahren – genauso wie Miss Liberty auf den Dollar kam.

Salzburg – Kleinod im Römisch-Deutschen Reich

Wer heute Salzburg sagt, denkt an Mozart-Kugeln, Salzburger Nockerln oder die internationalen Musik-Festspiele – und vielleicht ans Salz des nahen Bergs. Doch die kleine fürstliche Handelsstadt war schon früher reich an Kultur, Kunst – und an Münzen. Vor allem zur Zeit des Römisch-Deutschen Reichs. Während in den Landen rings um Salzburg lange Zeit eine chaotische Münzvielfalt herrschte, ruhte dieses währungsmässig in sich selbst. Keiner weit und breit, der eine so stabile Finanzpolitik pflegte wie das feine Städtchen. Und niemand ringsherum, der so perfekt Münzen prägte.

Spanier in Amerika

1492 stiess Christoph Kolumbus auf der Suche nach einem kürzeren Seeweg nach Indien auf eine neue Welt. Heute ist zwar nahezu unumstritten, dass die Wikinger den amerikanischen Kontinent bereits rund 500 Jahre vor Kolumbus erreichten. Dieser gilt gleichwohl als Entdecker Amerikas, was darauf zurückzuführen ist, dass in historischer Zeit erst seine Reisen zur dauerhaften Kolonisierung und kontinuierlichen Besiedlung Amerikas durch Menschen anderer Kontinente führten.

Schon bald nach der Entdeckung fielen die ersten spanischen Eroberer in die neuen Territorien ein. Im 16. Jahrhundert folgten ihnen zahlreiche Missionare und brachten das Christentum. Beides veränderte das Leben der einheimischen Bevölkerung entscheidend. Fortan lebte sie in von spanischen Herrschern dominierten Reichen: Im Jahr 1543 wurden die Vizekönigreiche Neuspanien (Mexiko, Guatemala sowie Teile der USA) und Peru (die spanischen Kolonien in Südamerika und Panama) gegründet. 1717 wurde Peru geteilt und das Vizekönigreich Neugranada (Ecuador, Kolumbien, Venezuela und Panama) gebildet. 1776 schliesslich folgte als viertes Vizekönigreich jenes von Río de la Plata (Bolivien, Argentinien, Paraguay und Uruguay).

Vom Säulenpiaster zum Adlerdollar – die Geschichte des Pesos

Der spanische Peso, der in den amerikanischen Kolonien in riesigen Mengen geprägt wurde, entwickelte sich zu einer der wichtigsten Welthandelsmünzen aller Zeiten – wenn nicht zur wichtigsten überhaupt. Wir finden ihn heute noch unter verschiedenen Namen in allen Teilen der Welt: Als Piaster fand er Eingang in die Länder des Osmanischen Reiches; in China wird er unter dem Namen «Yuan» geprägt, in Amerika unter dem Namen «Dollar». Und in zahlreichen Ländern Lateinamerikas ist der Peso bis heute gültige Währungseinheit.

Auch die Vielzahl der Namen, unter denen der Peso im 17., 18. und 19. Jahrhundert umlief, zeigt seine weite Verbreitung. Der offizielle Name der Münze lautete «Real de a ocho», denn sie hatte den Wert von 8 Reales. In Amerika nannten die Menschen das Nominal aber bald Peso und später auch Dollar. Im deutschen Sprachraum wurde der Peso nach seinem Münzbild zunächst Säulenpiaster genannt. Nachdem der spanische König Karl III. im Jahr 1772 das Münzbild veränderte – die Pesos aller spanischen und amerikanischen Münzstätten zeigten nun einheitlich das Bildnis dieses Königs – wurde aus dem Säulenpiaster der Caroluspiaster.

Schliesslich löste der Adlerpiaster allmählich die alten Säulen- und Caroluspiaster ab: Adlerpiaster oder Adlerdollar wurde nach seinem Münzbild jener Peso genannt, den die Republik Mexiko nach 1823 in riesigen Mengen auszugeben begann. Der mexikanische Silberpeso konnte sich bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts erhalten. In vielen anderen lateinamerikanischen Ländern hingegen waren die Pesomünzen bereits im 19. Jahrhundert zu wertlosen Buntmetallplättchen geworden.