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Bart tragen ist Sache der Disziplin
1 Rupie, geprägt unter dem deutschen Kaiser Wilhelm II. (1888-1918) für Deutsch-Ostafrika, Berlin, 1890

Der letzte deutsche Kaiser Wilhelm II. trägt auf der Münze Uniform, einen Helm mit dem Reichsadler und einen gezwirbelten Schnurrbart. Um diesen Zwirbel, den schon Wilhelm I. modisch gemacht hatte, in Form zu halten, bedurfte es äusserster Disziplin. Nachts musste zur Bartpflege eine Bartbinde oder ein Schnurrbart-Trainer getragen werden. Der Hoffriseur Wilhelms II., François Haby, kreiierte gar eine spezielle Tinktur, die den nach oben gebogenen Bartenden die nötige Standfestigkeit verleihen sollte. Nach ihr heisst diese Bartform im Volksmund auch «Es-ist-erreicht-Bart».
Das 19. Jahrhundert war das Jahrhundert der Nationalstaaten, des Imperialismus und des Bürgertums. Dadurch, dass die Untertanen die monarchische Bartform nachahmten, bewiesen sie Kaisertreue, politische Zugehörigkeit und Konformität bis ins Körpergefühl hinein.
