Bildertouren ⟩ Merian-Stadtansichten des 17. Jahrhunderts – Schweiz

Merian-Stadtansichten des 17. Jahrhunderts – Schweiz

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Matthäus Merian (*1593, †1650) ist Kupferstecher, Radierer, Verleger und der berühmteste Illustrator seiner Zeit. In Basel geboren, bildet er sich in Zürich, Lothringen und Paris aus. Den Höhepunkt seines Schaffens erreicht er von 1620 bis 1624 in Basel. Dann übernimmt er den Verlag seines verstorbenen Schwiegervaters Jan T. de Bry in Frankfurt a. M. Merian ist berühmt für seine topografischen Ansichten, von welchen wir Ihnen hier einige vorstellen.

Ansicht der Stadt Basel

Basel-Stadt ist als Halbkanton Teil des Kantons Basel. Der römische Lagerposten Basilea wurde erstmals 374 n. Chr. urkundlich erwähnt. Von Alemannen besiedelt, kam Basel am Ende des 5. Jahrhunderts an das Fränkische Reich, 912 an Burgund, 1006 an das Heilige Römische Reich.

Kaiser Heinrich II. stiftete 1019 das romanische, nach dem Erdbeben von 1356 gotisch überarbeitete fünfschiffige Münster, an das sich auf dem Gelände der Pfalz über dem Rhein weitere Baugruppen anschlossen. Im 14. Jahrhundert machte sich die Stadt von der Herrschaft des Bischofs unabhängig und erwarb das umliegende Gebiet Basel-Landschaft. Die grosse Zeit der Reichsstadt Basel war das 15. und 16. Jahrhundert, deren Gepräge das Bild der Innenstadt noch heute zeigt.

Ansicht der Stadt Bern

Bern, Bundesstadt der Schweiz und Hauptstadt des gleichnamigen Kantons, ist in und über dem tief eingeschnittenen Aaretal gelegen. Die Stadt wurde 1191 von Herzog Berchtold V., dem letzten Zähringer, gegründet. Nach dem Tod Berchtolds wurde es 1218 Reichsstadt und blühte rasch auf. Die Regierung lag in den Händen einer adligen Oberschicht, der es gelang, die Mitspracherechte der Zünfte abzuwehren.

Bern verbündete sich mit den eidgenössischen Orten Uri, Schwyz und Unterwalden, siegte mit ihrer Unterstützung bei der Schlacht von Laupen (1339) und schloss mit den drei Orten 1353 den Ewigen Bund. Es führte die Eidgenossenschaft in den Burgunderkriegen (1474-1477) im Kampf gegen Karl den Kühnen von Burgund und entriss Savoyen 1536 die Waadt und das Oberland.

Ansicht der Stadt Freiburg im Üchtland

Freiburg im Üchtland (frz. Fribourg) ist Hauptstadt des gleichnamigen Kantons und auf einer Flusshalbinsel der tief eingeschnittenen Saane gelegen.

Freiburg wurde 1157 von Herzog Berchtold IV. von Zähringen gegründet, der seit 1156 Reichsvogt über die drei Bistümer Genf, Lausanne und Sitten war. Der zähringische Besitz in der Westschweiz sollte militärisch durch die Stadtgründung in der Flussschlinge und wirtschaftlich durch den Markt in guter Verkehrslage gesichert werden.

An der Grenze zum savoyischen Machtbereich gelegen, wechselte Freiburg in der Folgezeit oft den Besitzer: Nachdem es bis 1218 den Zähringern gehört hatte, gelangte es bis 1277 an die Kyburger, bis 1452 an die Habsburger und bis 1477 an die Savoyer, bevor es sich schliesslich 1481 der Eidgenossenschaft anschloss.

Ansicht der Stadt Genf

Auf dem heutigen Gebiet von Genf bestand auf einem Hügel bereits zu vorgeschichtlicher Zeit eine Ansiedlung der Kelten. Mit der Besetzung durch die Römer unter Julius Cäsar entstand eine römische Siedlung.

Seit dem 4. Jahrhundert war Genf Bischofsstadt. 534 kam es an das Fränkische Reich, 1032 an das Heilige Römische Reich. Grafen regierten die Stadt, bis König Heinrich V. deren Hoheitsrechte 1124 dem Bischof übertrug. Im 14. und 15. Jahrhundert führten die Genfer Messen zu einer Blüte der Wirtschaft der Stadt.

Zum Schutz gegen Savoyen verbündete sich Genf 1526 mit den eidgenössischen Städten. Der immer neuen Bedrohung durch Savoyen begegnete Genf durch das 1584 mit Bern und Zürich geschlossene ewige Bündnis.

Ansicht der Stadt Lausanne

Das römische Lousonna umfasste die Oberstadt und den Hafen. Einfälle fremder Horden zwangen die Bewohner der Hafensiedlung zum Rückzug in die Höhe auf die alte Festung, in der um 600 auch der Bischof von Aventicum (Avenches) Zuflucht fand. Der Bischof war Gründer der mittelalterlichen Stadt. In der Karolingerzeit entstanden die neuen Stadtteile Bourg und Saint-Laurent, in denen sich Handwerker und Kaufleute ansiedelten.

Die Reformation brachte den Sturz der Bischofsherrschaft, an ihre Stelle trat mit der Eroberung der Waadt das Regiment Berns (1536). Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime 1798 wurde Lausanne Hauptstadt des Kantons Waadt.

Ansicht der Stadt Lugano

Lugano (dt. veraltet Lauis) wurde als Ort bereits in fränkischer Zeit urkundlich erwähnt. Der Markt von Lugano ist seit dem 9. Jahrhundert bezeugt. Im 10. Jahrhundert kam die Stadt unter die Herrschaft des Bischofs von Como. Von den Eidgenossen 1512 erobert, blieb es bis 1798 Sitz eines eidgenössischen Landvogts. Seit 1886 ist Lugano Bischofssitz.

Ansicht der Stadt Luzern

Ein in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts am Ufer des Vierwaldstättersees neben der Reuss gelegenes Kloster legte den Grundstein für die Entwicklung von Luzern. Das Kloster kam um 840 in den Besitz der elsässischen Abtei Murbach. Um 1180 herum erhob der Murbacher Abt die Siedlung zur Stadt. Seit der Eröffnung des Gotthardpasses (gegen 1230) gewann die Stadt rasch an Bedeutung. 1291 kaufte König Rudolf I. von Habsburg Luzern. Als erste Stadt verbündete es sich 1332 mit der dreiörtigen Eidgenossenschaft. Das Bestreben, von Habsburg unabhängig zu werden, führte zur Schlacht bei Sempach und dem Sieg der Luzerner über die Habsburger (1386).

Nach dem Sieg in Sempach baute Luzern einen Stadtstaat auf. Mit dem Untergang der alten Ordnung im Jahr 1798 wurde Luzern für kurze Zeit Hauptstadt der Helvetischen Republik.

Ansicht der Stadt Rapperswil

Rapperswil ist eine Gründung der Grafen von Rapperswil am Fuss ihrer um 1200 erbauten Burg. Nach deren Aussterben (1238) kam die Stadt an die Grafen von Habsburg-Laufenburg, 1350 an die Herzöge von Österreich.

Rapperswil hatte lange Zeit eine strategisch wichtige Position inne, weil es die 1358 erbaute Holzbrücke über den Zürichsee beherrschte. 1458 schloss die Stadt ein Schirmbündnis mit den inneren Orten und Glarus und wurde ein oft umkämpfter Vorposten der katholischen Eidgenossenschaft. Das Kapuzinerkloster stammt von 1603 bis 1605.

Ansicht der Stadt Schaffhausen

Schaffhausen entwickelte sich von einem Umlade- und Stapelplatz oberhalb der Stromschnellen zu einem Marktplatz. 1045 erhielten die Grafen von Nellenburg das Markt- und Münzrecht von Schaffhausen. 1411, nach dem Sturz der Adelsherrschaft, wurde eine Zunftverfassung eingeführt.

Von 1330 bis 1415 war Schaffhausen an Habsburg verpfändet, danach wieder Reichsstadt. 1454 schloss es den ersten Bund mit der Eidgenossenschaft, 1501 trat es ihr als zwölfter Ort bei.

Ansicht der Stadt Schwyz

Im Jahr 972 wurden die Bewohner des Talkessels unterhalb der Mythen erstmals als Suittes erwähnt, die der späteren Gemeinde Schwyz ihren Namen gaben. Der Name dieser Gemeinde ging zuerst auf den Kanton über, der zu den drei Schweizer Urkantonen gehört, und wurde später auf die gesamte Eidgenossenschaft übertragen.

Der Versuch der Habsburger, Schwyz und die Schwyzer in ihre Herrschaftsordnung einzubinden, schlug 1315 bei der Schlacht von Morgarten fehl.

Ansicht der Stadt Sitten

Der Name von Sitten (frz. Sion) geht auf die römische Siedlung Sedunum zurück, welche ihren Namen wiederum vom keltischen Stamm der Seduner hatte, die im heutigen Gebiet des Kantons Wallis siedelten. Im 6. Jahrhundert wurde Sitten Bischofssitz und im 12. Jahrhundert durch den Bischof zur Stadt erhoben.

Die Altstadt lehnt sich an die Berge Valère und Tourbillon. Auf einem der beiden Burghügel erhebt sich die Kirche Notre-Dame de Valère, die aus dem 12./13. Jahrhundert stammt, auf dem anderen liegt die Bischofsburg Tourbillon.

Ansicht der Stadt Solothurn

Solothurn entwickelte sich aus dem römischen Kastell Salodurum, dessen Name eindeutig keltischen Ursprungs ist, obwohl sich bisher keine keltische Siedlung auf dem heutigen Stadtgebiet nachweisen lässt.

Solothurn kam 888 an das Königreich Burgund und mit diesem 1032 an das Heilige Römische Reich. Seit 1127 unterstand es den Zähringern. Nach deren Aussterben wurde es 1218 Reichsstadt, verbündete sich 1295 mit Bern und erwarb im 14. und 15. Jahrhundert Gebiete im Aaretal und im Jura. 1481 wurde Solothurn in die Eidgenossenschaft aufgenommen.

Ansicht der Stadt Stein am Rhein

Stein am Rhein wurde erstmals 1267 urkundlich erwähnt. Damals besass das Kloster St. Georgen die Grund- und Marktrechte der Gemeinde. Auf heutigem Stadtgebiet befand sich aber schon in spätantiker Zeit eine römische Grenzfestung, die um 300 n. Chr. von Kaiser Diokletian auf der linken Rheinseite erbaut wurde und eine Brücke über den Fluss kontrollierte.

Das älteste Stadtrecht von Stein am Rhein stammt von 1385. 1457 erlangte die Stadt Reichsfreiheit und 1484 – im Jahr, in welchem sich die Stadt unter die Schutzherrschaft Zürichs stellte – kam sie zur Eidgenossenschaft. 1798, zur Zeit der Helvetik, endete die Zugehörigkeit zu Zürich und Stein am Rhein wurde dem Kanton Schaffhausen angeschlossen.

Das Städtchen am Strom ist berühmt für sein wunderschönes Panorama und die vielen schönen, mit alten Malereien geschmückten Bürgerhäuser in der gut erhaltenen Altstadt, die ihm 1972 den Wakkerpreis eintrugen.

Ansicht der Stadt Zürich von Westen her gesehen

Zürich (Turicum) entwickelte sich aus einer keltischen Siedlung, die um 15 v. Chr. von den Römern übernommen wurde. Im 4. Jahrhundert n. Chr. erbauten die Römer ein Kastell auf dem Lindenhof, einem zentral gelegenen Hügel zwischen den Flüssen Sihl und Limmat. Doch schon im Jahr 401 wurde das Kastell wie das ganze Gebiet nördlich der Alpen von den römischen Truppen geräumt. Während der Einwanderung der Alemannen blieb das römische Kastell bestehen; erst im 9. Jahrhundert erfolgte auf dem Lindenhof der Bau einer karolingischen, später einer ottonischen Königspfalz.

Ansicht der Stadt Zürich vom See her gesehen

Ab 746 war Zürich teil des fränkischen Reichs. Eine karolingische Burg, von König Ludwig dem Deutschen auf dem Platz der früheren römischen Burg errichtet, wurde 835 erwähnt. Ludwig gründete für seine Tochter Hildegard ebenfalls das Fraumünsterkloster. Diesem verlieh König Heinrich III. 1045 das Markt, Zoll- und Münzrecht; er machte die Äbtissin damit zur Herrscherin der Stadt.

Die politische Macht der Äbtissin schwand im 14. Jahrhundert. Bis 1336 hatte sie den Bürgermeister bestimmt, doch in jenem Jahr wurde der patrizische Rat in Zürich gestürzt und die Zunftverfassung sowie das Bürgermeisteramt durch die Handwerker eingeführt. Die Macht der Zünfte hatte bis in die Zeit des Ancièn Regime im Jahr 1798 Bestand.