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Geldgeschichte I: Geld kann alles sein
Von Aila de la Rive, © MoneyMuseum 2009
Ganz früher, da war alles noch viel komplizierter. Da galten Waren des täglichen Gebrauchs oder Kostbarkeiten als Geld. Und natürlich gab es zu verschiedenen Zeiten und an verschiedenen Orten auch verschiedene Dinge, die getauscht werden konnten.
| Durchbohrtes Steinbeil von Wickendorf (DE) aus dem Neolithikum von ca. 5000-2000 v. Chr.
In den Höhlen Westeuropas nutzten unsere Vorfahren kleine Steinbeile zum Bezahlen. |
| Silberstücke der 18. ägyptischen Dynastie aus dem 14. Jh. v. Chr., entdeckt im Schatzfund von el-Amarna
Die alten Ägypter zahlten mit Stücken von Silber und Gold. |
| Ringgeld von der Schwarzmeerküste aus dem 6.-5. Jh. v. Chr.
In fast allen Teilen der Welt brauchte man Ringe und Reifen aus allen denkbaren Materialien als Tausch- und Zahlungsmittel. |
| Hohlkopfspatenmünze Kongshoubu, geprägt vom chinesischen Königreich Zhou ca. 524-380 v. Chr.
In China entstanden von echten Werkzeugen und Waffen abgeleitete Messer- und Spatenmünzen. |
| Rind auf einem rotfigurigen Stamnos von ca. 480 v. Chr.
Viele Frühkulturen zahlten auch mit Sklaven und Vieh. Im alten Griechenland kostete ein Dreifuss zum Kochen wenigstens 12 Rinder, für Sklaven und Frauen bezahlte man zwischen 4 und 20 Rindern. |
| Römischer Silberbarren, als Zahlungsmittel vor 418 v. Chr. geprägt
Barren aus Silber oder Bronze galten in vielen Weltgegenden als beliebte Zahlungsmittel. |
| Äthiopischer Salzbarren Amoli
Auch Salzbarren waren ein wichtiges Tauschmittel. Die Römer zahlten ihren Legionären einen Teil des Soldes in Salz aus, als sogenanntes Salarium – der Ausdruck lebt weiter im modernen Wort «Salär». In Afrika tauschen heute noch manche Völker Salz gegen Hirse. |
| Biberpelz
Die Wikinger tauschten mit Sklaven, Pelzen, Honig, Wachs oder Hölzern. Die Indianer Kanadas handelten Biberfelle gegen die Waren der weissen Siedler. |
| Chinesische Seidenstoffballen
In China galten Seidenballen von bestimmter Länge und Breite als Zahlungsmittel. |
| Kakaobohnen
Die Azteken bezahlten mit Kakaobohnen: für 100 Stück gab es ein Kaninchen, für 200 Bohnen einen Truthahn. |
| Walzahngeld Tambua von den Fidschiinseln
Geld konnte alles sein: Auf den Fidschiinseln waren es die Zähne eines Pottwals, andernorts Federn oder Schwanzquasten von Elefanten. |
| Chinesischer oder mongolischer Teeziegel aus dem 20. Jh.
Die Chinesen und Mongolen benutzten gepressten Tee zum Bezahlen. Fand man keinen Abnehmer, dann konnte man ihn selber trinken. |
| Deutsche Zigaretten aus den 1940er-Jahren
Auch in der Neuzeit wird zeitweise noch Tauschhandel betrieben. So bezahlten nach dem Zweiten Weltkrieg die amerikanischen Truppen in Deutschland kleine Einkäufe mit Zigaretten. |
| Kaurischnecke Cypraea moneta
Und dann war da noch die Kaurischnecke, das wichtigste und am weitesten verbreitete Naturalgeld aller Zeiten. Sie wurde in China über viele Jahrhunderte als Geld gebraucht, verbreitete sich über Indien und den ganzen pazifischen Raum nach Arabien und von dort nach Afrika. Dort wurde mancherorts bis Mitte des 20. Jahrhunderts mit Kauris bezahlt. |
