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Belagerungsmünzen prägte man in Notzeiten, wenn etwa eine Stadt von einem feindlichen Heer belagert wurde. Die behelfsmässig geprägte Münze hatte dann den gleichen Wert wie die Kurantmünze. Belagerungsmünzen haben z.T. Klippenform (= quadratische Form, aus Blech ausgeschnitten). Die ältesten Münzen dieser Art sind die von der Engelsburg in Rom aus dem Jahr 1527. Als Münzmetall diente oft silbernes Tafelgeschirr oder Kirchengerät. In der Französischen Revolution verwendete man auch Glocken bzw. ihr Metall zur Herstellung von Belagerungsmünzen. Während der Zeit von Belagerungen oder Kriegen gab man nicht nur Belagerungsmünzen heraus, sondern auch Papiergeld, das nur während dieser besonderen Zeit Gültigkeit besass, die sogenannten Belagerungsscheine oder Notgeldscheine. Dieses Notgeld gaben meist die Stadtgemeinden oder auch Privatleute
aus, um dem Mangel an staatlichen Scheinen oder Münzen abzuhelfen. Das
geschah nicht immer mit amtlicher Genehmigung. Die in Umlauf gebrachten
Scheine hatten deshalb meistens nur regionale oder zeitlich begrenzte
Gültigkeit. Hier folgt eine
kleine Auswahl geschichtlich interessanter und zum Teil noch heute in
Händlerlisten auftauchender Scheine: Die von den Österreichern belagerten Ungarn gaben 5-, 8- und 10-Kreuzer- Scheine aus, von denen es zahlreiche Fälschungen gibt. 4. Khartum (Sudan) 1885 Der Mahdi belagerte Khartum. In Khartum führte der englische General Gordon Pascha die Regierungsgeschäfte. Er liess Scheine über 5, 10, 20, 100, 500, 1000, 2000, 2500, 5000 Piaster und über 50 Pfund anfertigen, die seine Unterschrift tragen. Gordon Pascha wurde bei der Eroberung der Stadt später getötet. Ganz ähnliches Geld aus Pappe, ist an anderer Stelle beschrieben. Quelle: Albert Pick, Papiergeld. Ein Brevier für Sammler. Falken Verlag Niedernhausen/Ts. 1980. |