Spottbild auf die Betrügereien der "Kipper u. Wipper"

War die Münze schlecht und unterwertig, dann wog sie nicht so viel wie eine vollwertige. Die Wippe schlug nicht um. Die Münze blieb liegen.Etliche Menschen versuchten, ihr gutes Silbergeld zu behalten.

Als aber seit 1619 auch grössere Staaten und deren Landesherren diesen Münzbetrug mitmachten, wuchs die Inflation von Jahr zu Jahr. Hunger und Not entstanden. Geistliche erhoben ihre Stimme gegen die Kipper und Wipper.

Das Volk reimte Spottlieder:
"Sie mauscheln ja und wechseln ein, /nichts darf sich blecken lan./ Die kip die wip, die kip die wip!/ Sie liefern's in die Münz geschwind,/ kippen's nach der Mark dahin/ und nehmen zehnfachen Gewinn/ mit dem losen Münzergesind."

Man beschuldigte die Münzmeister der Fälschung, während die wahren Schuldigen die Münzherren, Fürsten und Bischöfe, waren. Nachdem es in Österreich und dann auch im ganzen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zu offenem Aufruhr gekommen war, wurde 1622 schliesslich das Kippergeld verboten. 1623 kehrte man überall wieder zu den alten Münzen zurück.

 

Der Friedensschluss am Ende des Dreissigjährigen Krieges (1618-1648) wurde 1998 in Münster und Osnabrück von Königinnen, Königen und Präsidenten in einer 350-Jahr-Feier gewürdigt. Diese drei Jahrzehnte waren erfüllt von verheerenden und grausamen Handlungen. Aber nicht nur die Kriegshandlungen und -verbrechen belasteten ganz Mitteleuropa. Gleich zu Beginn des Krieges war Edelmetall knapp geworden.

Riesige Söldnerheere mussten ja bezahlt weden. Man verfiel auf den Ausweg, mit unterwertigen Scheidemünzen gute Münzen zu kaufen und in vielen kleinen Münzstätten erneut zu unterwertigem Kleingeld umzumünzen. Münzen wurden stets gewogen, um ihren Wert zu bestimmen. Münzen einer bestimmten Sorte wurde auf eine speziell für sie gefertigte Wippe gelegt. War das Geldstück vollwertig und gut, dann schlug die Wippe um. Es wurde abgekippt.