Kishara, der Sumerer

Wir befinden uns in einer Epoche der Menschheit kurz vor der Erfindung des Geldes. Über einen belebten Marktplatz im alten Sumer geht ein Mann, gekleidet in der Tracht eines Jägers. Sein kluger, etwas nachdenklicher Blick verrät einen wachen Geist und eine gesunde Portion Neugier.

Das Problem, das dieser Sumerer mit dem Namen Kishara wälzt, hat mit den Fellen zu tun, die er auf seinem Rücken trägt. Er hat nämlich seiner Familie versprochen, verschiedene Gegenstände und Lebensmittel auf dem Markt einzutauschen. Nun ist Einkäufe machen zwar nicht unbedingt Kisharas Lieblingsbeschäftigung, aber er konnte schon immer schlecht nein sagen...

Nun aber zu seinem Problem: Kishara weiss zwar, was seine Felle wert sind und dass er für ein Fell eine bestimmte Menge Getreide bekommt, aber wenn er nicht alles, was er braucht, bei einem einzelnen Händler bekommt, oder gar nur in verschiedenen Städten, geht der Ärger los. Entweder muß er seine Felle in Stücke schneiden, was natürlich nicht in Frage kommt, oder er muss alles in Getreide umtauschen und dann das Getreide portionsweise tauschen. Alles ziemlich umständlich und unbefriedigend.

Daher sinnt Kishara seit einiger Zeit auf eine Lösung des Problems. Was er bräuchte, wäre ein "Etwas", mit dem er alle seine Wertsachen vergleichen könnte, und das bequem in seine Tasche passt. Ein "Tertium comparationis" eben, aber das kann er ja noch nicht wissen...

 

Kishara setzt sich neben einen Brunnen auf einen Stein, beobachtet durch seine halb geschlossenen Lider das bunte Treiben des Platzes in der flirrenden Hitze und denkt nach. Plötzlich entdeckt er auf der gegenüberliegenden Seite des Platzes neben einem Zelt, das ihm bislang noch gar nicht aufgefallen war, einen alten Mann, der zu ihm herüberblickt. Dieser winkt nun einladend zu Kishara herüber und verschwindet in seinem Zelt. Der etwas verwunderte Kishara geht hinüber und betritt das Zelt.

Im Innern empfängt ihn eine wohltuende Kühle. An der Decke und den Wänden des Zeltes erkennt er fremdartige, schimmernde kleine Gegenstände und in der Luft liegt ein angenehmer Duft. Auf einmal steht der alte Mann neben ihm und lädt ihn freundlich zu einem Tee ein. Kishara lässt sich auf einem Divan nieder und probiert den Tee. Merkwürdiges Getränk denkt er noch, da schläft er auch schon ein.

Er träumt: Der alte Mann erscheint und erzählt ihm von einem fernen Ort, an dem Kishara die Lösung für sein Problem finden könne. Er kenne den Weg zum sagenhaften Mah niemu se'um (oder so ähnlich) und bietet Kishara an, ihn dorthin zu führen. Kishara, der immer schon offen für alles Neue war, folgt dem mysteriösen Alten auf eine Reise durch die Zeit...

Seien Sie, werter Besucher, also nicht überrascht, wenn sie von Zeit zu Zeit auf einen fragestellenden Sumerer namens Kishara treffen. Vielleicht erhalten Sie ja auch eine Antwort auf Ihre Frage.

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