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Heidegger, Martin: Vorträge und Aufsätze, Klett-Cotta, 2003

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Heidegger, Martin
Brodbeck Library
Dieses Buch kann in der Bibliothek des MoneyMuseums gelesen werden.

Martin Heideggers Vorträge und Aufsätze, in der Ausgabe von Klett-Cotta (2003), versammelt einige seiner einflussreichsten Texte aus der Zeit nach Sein und Zeit (1927) und gibt Einblick in die Entwicklung seines Denkens hin zur sogenannten „späten“ Philosophie. Die Sammlung enthält Schlüsseltexte wie Der Ursprung des Kunstwerks, Die Zeit des Weltbildes, Die Frage nach der Technik und Bauen Wohnen Denken. Diese Texte sind nicht bloß thematisch vielfältig, sondern zeigen auch Heideggers Bemühen, die Sprache selbst zu verwandeln, um der Sache des Denkens – dem Sein – näher zu kommen.

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Ein zentrales Anliegen der Vorträge und Aufsätze ist die Kritik an der abendländischen Metaphysik, die nach Heidegger das „Sein“ durch das „Seiende“ ersetzt habe, also nicht mehr fragt, was es heißt, dass etwas ist, sondern nur noch, was etwas ist. Dies führt für ihn zu einer Verarmung des Denkens und zur Herrschaft des technischen Weltzugangs. In Die Frage nach der Technik analysiert Heidegger die Technik nicht bloß als Mittel zum Zweck, sondern als eine Weise, wie sich Wirklichkeit zeigt – als „Bestellen“ der Welt, das alles dem Zugriff des Menschen unterwirft. Dieser Zugriff aber verstellt das ursprüngliche Verhältnis zum Sein.

Im Gegensatz dazu ruft Heidegger in Texten wie Bauen Wohnen Denken zu einer Rückkehr zu einem ursprünglicheren Denken auf, das nicht funktionalistisch oder rationalistisch verengt ist. Wohnen bedeutet bei ihm nicht das Besitzen eines Hauses, sondern das Sich-Aufhalten im Raum des Seins. Bauen, Wohnen und Denken sind für ihn Ausdrucksformen einer Haltung, in der der Mensch nicht Herr der Welt, sondern Hüter des Seins ist.

In Der Ursprung des Kunstwerks entwickelt Heidegger die Idee, dass Kunst nicht bloß Ausdruck subjektiver Kreativität ist, sondern einen „Wahrheitsgeschehnis“ ermöglicht: Im Kunstwerk kann sich Welt eröffnen, kann Wahrheit sich zeigen. Der Künstler steht dabei in einem spannungsvollen Verhältnis zwischen „Welt“ und „Erde“ – zwischen Offenbarung und Verbergung des Seins.

Sprachlich ist Heidegger herausfordernd, aber bewusst gestaltet. Seine Begriffe – wie „Gestell“, „Ereignis“, „Welt“ oder „Gelassenheit“ – sind nicht Begriffsdefinitionen im klassischen Sinn, sondern Denkräume, die den Leser einladen, sich selbst in das Denken einzulassen.

Vorträge und Aufsätze ist keine Einführung in Heideggers Denken, sondern ein eigenständiges Werk, das eine Auseinandersetzung mit Grundfragen wie Technik, Kunst, Sprache, Wohnen und Denken eröffnet. Die Texte zeigen Heidegger auf dem Weg von der Fundamentalontologie zur späteren Seinsgeschichte und dokumentieren seine Suche nach einem Denken, das sich der „Wahrheit des Seins“ öffnet – jenseits von Wissenschaft, Jargon und Zweckrationalität.